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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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I. 6. Die Pariser Juni-Tage.

gebmig. Den von beiden Seiten erwünschten Anlaß bot die von derRegierung vorläufig angcvrdnctc Entlassung von 7060 Arbeitern ans denNational-Werkstütten am 22. Juni; inan wollte mit diesen Herden fort-glimmender Unruhe und Widerstandslnst nach und nach gänzlich aufränmcn.Auf die Kunde von jener Maßregel griff die revolutionäre Partei inallen Stadttheilen zu den Waffen, bemächtigte sich des Pantheons, er-richtete Bannenden um das Hotel de Dien, auf dem Bastille-Platz, beider Porte St. Denis, St. Martin; die National-Versammlung erklärtesich permanent, 23. Die Truppen, von Nationalgarden und Mobilenunterstützt, begannen den Kampf, ohne nach mehrstündigen Mühen eineEntscheidung hcrbciznführcn; schon waren mehrere Generale, wie Bedcau,Francois, Fouchcr, und ihnen beigcgcbenc Abgeordnete der National-Vcr-sammlung, wie Bixio, thcils verwundet, thcils getödtet. Am 24. ent-brannte das Feuer von neuem; Paris wurde in Belagcrungsstand erklärt,Gcncral Cavaignac mit nn n mschränkt er Gcwalt bcklcidet.Die Pariser Bourgeoisie, anfangs lau und furchtsam, stellte immer mehrKämpfer in die sich lichtenden Reihen der Nationalgarde; ans Ronen,aus Pontoise und andern Städten führte die Eisenbahn Zuzüge der dortigenVolkswchr herbei; die Mobilgarde, junge von der Straße anfgclcseneBursche, die Lamartine in schimmernde Uniformen gesteckt hatte, wett-eiferte mit den Truppen an Muth und Tapferkeit. Mit ungeheuren Ver-lusten auf beiden Seiten wurde das Pantheon erstürmt, der tapfere Ge-neral Damesmc mußte schwer verwundet den Platz räumen; ebenso nachihm Lafontaine, Körte. Am 25. Fortsetzung des Kampfes. Die Arbeiterwehrten sich mit der Wnth der Verzweiflung, stellten wohlhabende Be-wohner der Häuser, in deren Gewalt sie sich gesetzt hatten, in di.> Fenster,auf die Balconc, ans die Barricaden, wo sic die Kugeln zuerst treffenmußten, mordeten und schlachteten mit cannibalischer Grausamkeit, wasihnen von ihren Angreifern in die Hände gerietst. Dreißig Nationalgardenwurden noch zur rechten Zeit von den stürmenden Truppen ans einemBackofen befreit, in dem sic geröstet werden sollten. General Brea büßtean der Barriere Fontainebleau den Versuch, mit den Aufständischen zuunterhandeln, mit dem Tode. Den Erzbischof Affrc streckte ein Schußnieder mitten in seiner Mission des Friedens, die er furchtlos auf sichgenommen. General Dnvivicr, sein Nachfolger Negricr und der letzteremzur Seite reitende Abgeordnete Charbonnel fielen todt nieder; doch derBastille-Platz war erobert, die Verbindung mit Lamoricisre hcrgestellt,