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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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30 I. 4. Fortschritte der Revolution auf dem mitteleuropäischen Festlande.

anderer, der moderne Tyrtaios Hcrwegh, flichtnnter'm Spritzlcdcr";Barnstedt u. a. gerathen in Gefangenschaft, nnd mit dem repnblicanischcnAufstandsvcrsuche ist es vorläufig zn Ende.

Im Norden des deutschen Gebietes ist der deutsch-dänische Krieg invollem Gange. Nach einem siegreichen Treffen gegen die Schleswig-Holsteiner bei Ban, 9. April, haben die Dänen Flensburg besetzt undbei Hollniß die Kieler Frcischaaren aufgericben. Allein schon ist Wrangclan der Spitze derdeutschen Neichstrnppen" nicht fern, übersetzt nacheinem glücklichen Vorpostcngefccht bei Altcnhof, 2l. April, die Eider,greift am Ostersonntag die Dänen unter Hedemnnn bei Schleswig an,schlägt sic ans dein Dancwirke heraus, zwingt sic Tags darauf nachachtstündigem Kampfe zum Rückzug auf Alsen, besetzt Flensburg, 25.,rückt bei Haderslcbcu vor, 30., betritt am 2. Mai den Boden vonJütland und besetzt Fricdcricia.

Im Poseu'schcn erscheint Anfangs April der preußische GeneralWilliseu als königlicher Commissarius mit ausgedehnten Nollmachten zurBeruhigung des Landes, allein der angestrebte Zweck wird weder bei denPolen noch bei den Deutschen erreicht; den elfteren bietet seine Sendungzu wenig, den andern zu viel. Vom General Colomb wird die FestungPosen in Belagcrnngsstand erklärt, während im offenen Lande polnischeKricgshaufcn hcrumziehcn und lagern. Schon kommt es zwischen diesenund den königlichen Truppen zu vereinzelten Gefechten. Williscn trifftmit den Führern das Uebcreinkommcn von Jaroslawice, 1l. April, dasdem Großherzogthum eigene Civil- und Militär-Verwaltung verheißt.Allein schon hat man sich in Berlin eines andern besonnen: eine könig-liche Cabinctsordre vom 14. trennt die mehr von Deutschen bewohntenwestlichen Kreise von den übrigen fast durchaus polnischen ab. Als dieNachricht hievon nach Posen gelangt, legt das polnische National-Comitcfeierliche Verwahrung gegen dieseneueste Theilung von Polen"ein, 17., und der bewaffnete Widerstand gewinnt an Stärke. Es kommtzn kurzen, aber erbitterten Kämpfen bei Gostyn, 19., und Kozmin, 22.,was General Colomb willkommenen Anlaß gibt, die mit den PolenAngegangenen Verträge als von ihnen selbst gebrochen für null und nichtigzu erklären. Schon hat die heftige Aufregung das benachbarte Galizischeergriffen. Am 26. bricht der Aufstand in Krakau los. Die kaiser-lichen Truppen ziehen sich, einen aufreibenden Straßenkampf zu ver-meiden, aus der Stadt, wobei ihr Oberbefehlshaber, F. M. L. Castiglioni,