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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Anmerkungen.

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seien es gewesen; während so viel wir wissen, von Grenadieren an diesem Abend nochnichts in der innern Stadt war. Auch andere Berichte setzen die Niederreißung desCandclabers ans den Abend des 31. und schmücken sie mit verschiedenen Beigabenans: kaum daß die ersten Truppen auf den Hof gekommen, seien siemit tausend-stimmigem Geheul" auf den Caudelaber loSgcstürzt; selbst die Steine, worauf dieMörder gestanden, hätten die Soldaten vom Boden gerissen und diese sowie dieTrümmer des Candclabers in die Donau geworfen,so daß keine Spur auf derErde von diesem schändlichen Morde mehr übrig ist". Dagegen verlegen mehreremilitärische Berichte das Ereignis auf den 1. November und die verschiedenstenTruppenkörper schreiben sich das Verdienst desselben zu. So heißt cs in derGe-schichte des k. k. L.-J.-R. Schönhals in den Jahren 1848 und 184!)" (Troppan,Traßler, 1852) S. 28 f.: Kaum seien zwei Compagnien Schönhals am Hof an-gekommen, habe ihnen Major Habermann von Zanini den Caudelaber gezeigtundin wenigen Augenblicken lag das Denkmal der Schande Oesterreichs zertrümmert ausdem Boden". Dagegen beschreibt Köveß,Das k. k. L.-J.-R. Erzherzog Stephan inden Jahren 1848 und 1849" (Wien, Gerold, 1851) S. 58 f. mit großer Ausführ-lichkeit diegänzliche Zerstörung und Pulverisirung" des Candclabers, welche dieMannschaft der 3. Landwehr-Compagnie Stephanmit einem bewunderungswürdigenEiser und Emsigkeit" ausgeführt habe;am Abend war jede Spur des Candclaberssowie auch an dem Pflaster verschwunden". Köveß weiß nichts von einer Mitwirkungder Schönhalser, die Regimentsgeschichte der letzteren nichts von einer Betheiligungder Stephaner: wem kann man glauben?

285) S. 417. Wenn man in einigen gleichzeitigen Berichten liest:Der letzteKamps am 31. habe auf dem Stephansplatze stattgesunden; die Aula sei noch starkverbarricadirt gewesen" rc., so beruhen diese Angaben auf bloßen Gerüchten. NachEröffnung des Bnrgthors hat nirgends mehr irgend ein Kampf stattgcfnnden; selbstfür dieeinzelnen Flintenschüsse", die nach Behauptung Anderer ans die einrllckendenTruppen gefallen sein sollen, hat sich uns kein solcher Gewährsmann gestellt, den wirals klassischen Zeugen gelten lassen könnten. Daß dagegen in militärischen Kreisenüber die Aula die alarmirendsten Gerüchte verbreitet waren, geht aus den eigenenWorten des Feldmarschalls hervor, der am 1. November an Fürst Renß in Brünntelegraphirte:Etwa tausend Studenten und Proletarier sollen sich in die Aula ge-zogen und entschlossen haben, sich ans das äußerste zu vertheidigen. Ich lasse siedaselbst mit aller Waffengewalt angreifen."

286) S. 419. In der Stallburg befanden sich das Vorstands-Bureau sowie dieBcrathungszimmer für die Ausschüsse und Abtheilnngen des Reichstages; sie standenmn dem im andern Gebäude liegenden Reichstagssaale und dessen Nebenräumlichkeitendurch einen Corridor in Verbindung, der über den, den nördlichen Eingang zumJosephsplatze überspannenden Schwibbogen führt. Diese Verbindung war jedem Ab-geordneten sehr wohl bekannt, weil jeder während der abgelanfenen Monate fort-während nicht bloß in der Winterreitschule und den beiden Redouten-Sälen, sondernauch im Vorstands-Bureau und in de» Abtheilnngszimmern zu thun hatte. In denVerhandlungen des österreichischen Reichstages" III, S. 391 findet sich daher mitGrund anmerkungsweise die irrige Angabe Schnselka's berichtigt.

287) S. 420.llebcrhaupt wurden wider alles Erwarten die Deputaten, zweioder drei Fälle ausgenommen, mit aller Achtung behandelt." Schuselka a. a. O.S. 428. Derselbe erzählt auch, daß die militärische Untersuchungs-Commission, alssie Smvlka, Fischhof u. a. wegen der Vorgänge beim Tode Latonr s vernehmen wollte,