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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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372 HI- 26. Verwirrung u. Zwiespalt unter den Aufständischen, 30.31. Oct.

mancherlei Reden und Gegenreden gab zuletzt Cordon nach. Leichterverständigte man sich über die andern Absätze, welche die Nieder-legnng der Waffen, die Auslieferung der Geschütze und der Munition,die Bezeichnung der verschiedenen Orte, wohin dieselben zu bringenwaren, die Uebergabe sämmtlicher Cassen und Baarschaften, die Be-wachung der kaiserlichen Hofburg, der Gesandtschaften und der öffent-lichen Gebäude durch Abtheilungen der Nationalgarde bis zu demZeitpunkte, wo das Militär diese Posten übernehmen würde, betra-fen. Nur eine Rücksicht hatten die Wiener Abgesandten noch zu be-achten: freien Abzug für die Garden aus Brünn, Grätz und Linz.Die Bevollmächtigten des Feldmarschalls willfahrten nach einigenEinwünden, doch nur unter der Bedingung, daß die Abziehendenihre Waffen zurückließen. Zuletzt einigte man sich dahin, die Waffender fremden Garden sollten abgesondert übernommen und ihnen, da-fern es nicht ärarische Stücke seien, in ihre Heimathsorte nachgeschicktwerden. Es war 3 Uhr N--M., als General Cordon die solcher-gestalt getroffene Uebereinkuuftim Namen und Vollmacht SeinerDurchlaucht des Herrn Feldmarschalls Alfred Fürsten zu Windisch-grätz" Unterzeichnete und den Wiener Abgeordneten einhändigte. Dieletzteren gingen dabei die Verbindlichkeit ein, nach ihrer Rückkunft indie Stadt den abgeschlossenen Vertrag dem Gemeinderathe vorznlegenund die unbedingte Annahme desselben, die bis längstens 8 UhrAbends erfolgt sein müsse, dem Hauptquartier des Feidinarschalls be-kannt zu geben; bis 12 Mittags den 31. sollten die Uebergabs-bedingnngen gänzlich durchgeführt sein.

Als sich Etzelt, Knbenik und Winter auf ihrem Heimwege derStadt näherten, mußten sie Wahrnehmungen machen, die mit ihrerFriedenssendnng in schneidendem Widerspruch standen. Sie wolltenerst zur Mariahilfer Linie herein; doch je näher sie zur StationMeidling kamen, desto schärfer gellten die Schläge einer unausgesetz-ten Kanonade in ihr Ohr. Sie nahmen die Richtung zur Hunds-thurmer Linie; Kartätschen und Flintenkngeln, die von allen Seitenin ihrer Nähe einschlugen, zwangen sie hinter der Meidlinger KircheSchutz zu suchen. Sie mußten sich entschließen, bis zur Belvedere-Linie zu reiten, wo es ihnen endlich gelang, inner die Linie zu kom-men. Auch hier war alles in Ansregung, namentlich in der VorstadtWieden, wo es nur der festen Haltung des Bezirks-Chefs Hirn und