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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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ZI8 Hl. 23. Das Schicksal Wiens und die mitteleuropäische Revolution.

Augenblick des Losbruchs; aber auch die Andern wünschten eineEntscheidung herbei, um nur aus dem Zustande unerträglicher Unge-wißheit herauszukommen.

Wenn eS nördlich von den Karpathen in solchem Grade gährte,war es zu wundern, daß jenseits der Alpen das heiße Blut derItaliener durch die Nachrichten aus Wien in fieberhafte Wallunggerieth? Alles was in der ersten Hälfte des Jahres mit bewaffneterHand die gesegneten Fluren Lombardo-Venetiens nberfluthet hatte,dazu viele tausend Landesflüchtige, deren belastetes politisches Ge-wissen sich mit der Herstellung der rechtmäßigen Gewalt nicht ver-trug, fiel nun den Nachbarländern ringsumher zur Last. Das Tos-canische war seit Ende August von lombardischen, modenesischen,parmensischen Flüchtlingen überschwemmt, die unter dem Titel vonKämpfern und Duldern für das Vaterland" von der Regierungnicht nur ausgenommen und geduldet, sondern selbst unterstützt wer-den mußten. Giuseppe Montanelli, bei Curtatone verwundet, nachdem Waffenstillstand im Wege der Auswechslung befreit, kanntefortan, wie er selbst in seinen Memoiren sagt, nur ein Ziel seinesleidenschaftlichen Strebens: Krieg gegen Oesterreich! Anfangs Oktoberwurde er vom Ministerium als Statthalter nach Livorno geschickt,

dessen Boden bereits durch die aufreizenden Predigten des Pater

Gavazzi und die Umtriebe des ränkevollen Guerazzi aufgewühlt

war. Bei seiner Ankunft schrie das Volk:Nieder mit dem Mini-sterium! Es leben Montanelli und Guerazzi!" Am 12. Octoberdankte Gino Capponi in Florenz ab und Leopold II. berief die beidenMänner der livornesischen Volksgnnst an das Ruder; Ricasoli, Ta-barrini, Galeotti, Corsini traten von ihren Aemtern zurück; die ge-ängstete großherzogliche Familie zog sich in das stillere Siena. WasLivorno für Toscana, das war Genua für Sardinien. Giuseppe

Mazzini weilte seit August längere Zeit daselbst, schuf sich unter dereinheimischen und fremdländischen Masse einen großen Anhang undging von da in die Schweiz, in den Canton Tessin. Auch Gavazzikam nach Genua, donnerte gegen Fürsten, Minister und Parlamente,dieVerräther der italienischen Sache", und rief unter dem Jubelseiner erregten Znhörer den Volkskrieg aus. Das Königreich Sar-dinien und der schweizerische Canton Tessin waren die Hauptsammel-