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III. 22. Eindrücke und Einwirkungen der Wiener Ereignisse.
worden, „verzeihlich"; was er zu befürchten erklärte und was daherdie Reichs-Coinmissäre zu verhüten suchen müßten, war nur, daßdiese Entrüstung sich „bis zu Gewaltthätigkeiten steigere und dadurchder persönlichen Freiheit irgend eine Gefahr erwüchse" oder daß„militärische Führer diese Stimmung des Heeres benützten, um Rück-schritte auzubahnen". Als dann die Verlegung des Reichstages nachKremfier, einem „mitten in einer slavischen Bevölkerung gelegenenOrte", bekannt wurde, beschäftigte Schmerling diese Angelegenheitfast mehr als das Schicksal Wiens; die Reichs-Commissäre solltendagegen ihre Vorstellungen machen, und „sehr entsprechend würdenwir es finden, wenn Ihre Vorschläge, den Reichstag in eine reindeutsche Stadt zu verlegen, von Erfolg wären". Der Minister inFrankfurt hatte leicht schreiben, aber die Herren Welcker und Moslein Olmüz sollten thun, wo nichts zu thun war. Durch ihre In-structionen an das kaiserliche Hoflager gebunden, wo man trotz allerHöflichkeit und schönen Worte von ihnen wenig wissen wollte, undvon den Hetzern und Drängern in allen Zeitungen nach Wien ge-rufen, wohin ihnen immer der Weg versperrt blieb, spielten die bei-den ehrenwerthen Männer die undankbarste Rolle von der Welt.In Olmüz war man auf Frankfurt und die deutsche Centraö-Gewalt,besonders seit den Debatten über die Reichsverfassung, nichts wenigerals gut zu sprechen; Welcker und Mosle hatten fortwährend zu be-gütigen. „Man möge doch ja das Verhältnis zwischen Oesterreichund Deutschland nicht trüben, dessen glückliche und friedliche Lösungbeiden Theilen erwünscht sein müsse; seien etwa Worte in der Pauls-kirche gefallen, die verletzen könnten, so wolle man bedenken, daß dießeinzelne Privat - Aeußerungen gewesen, die vielleicht ohne besondereAbsicht, aber nur nicht gerade in staatsmännischem Sinne gemachtworden; inan möge doch nur die Anschauungen der Majorität imAuge halten, die sich, wenn inan nicht etwa än einem einzelnen leichtmisverständlichen Schulausdruck Anstoß nehmen wolle, Oesterreichdoch nichts weniger als unfreundlich gezeigt habe." Aber da kamenallerhand Aufreizungen dazwischen, welche die beiden' Reichs-Cvm-missäre aus ihren diplomatischen Auseinandersetzungen stets wiederaufrüttelten. Aus Wien trafen sie Vorwürfe, warum sie nicht kämen;alle deutschen Blätter fielen über sie her, weil sie nichts ausrichteten;die Linksmänner der Paulskirche höhnten sie, daß sie es sich an