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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Aufregung der Stadt und Vorstädte.

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Die Nachricht von Annäherung der Ungarn wurde mit Eifer herum-getragen; Haufen von Neugierigen füllten den Stephansplatz undblickten auf den Thurm, von wo, wie man ihnen zitgesagt hatte, dieBestätigung würde heruntergerufen werden. Alle Leidenschaften derfrüheren Tage schienen von neuem zu erwachen, die gereizte Stim-mung im Redoutensaale auf die Gasse sich fortzupflanzen.Demas-kire dich, demaskire dich!" riefen Gardisten und Legionäre einanderzu; das Wort klang wie verzweifelter Hohn.Warum will mandie Stadt übergeben?" fragte ein Gardist seinen Nebenmann.Wegen Mangel au Munition"", sagte dieser.Nein", fiel einDritter ein,wegen Ueberfluß an Verrath!" An diesem Tage, be-merkt Rosenfeld, hörte man das Wortverrathen" in allen Formenabwandeln: ich werde verrathen, du bist verrathen, er hat uns ver-rathen rc. Unter den bewaffneten Haufen vernahm man wieder alleerdenklichen Drohungen gegen die Burg und gegen die Schwarz-gelben. Die Municipalgarde vereint mit der Burgwache mußtenTag und Nacht auf ihrer Hut sein, um das Eindringen ver-dächtiger Leute abzuwehren; schon hatte mau in einem Kaminesechs Kisten mit Munition versteckt gefunden, deren Herbeischaffungmau sich nicht erklären konnte. Ein Mensch in Legionsuniformäußerte beim Ober-Commando:Zündet der Kaiser unsere Vorstädtean, so legen wir seine Burg in Asche." Borrosch, als Reichstags-abgeordueter und Volksmann aufgefordert, solchem Vorhaben entgegen-zuwirken, lehnte es ab:sei wirklich eine solche Absicht vorhanden,so würde jeder sein Leben wagen, der sich dem Unternehmen wider-setzen wollte." Alls mehrseitiges Andringen ließ Fenneberg gegenAbend eine Abtheilung Mobilgarden in die Burg abrücken-""). Siewurden auf dem äußern Burgplatz aufgestellt und erhielten aufRechnung der Hof-Casse eine Zulage, um sie im Dienst zu erhalten;kaum aber daß sie das Geld empfangen hatten, verliefen sich die meistenüber die Basteien. Schüsse fielen wieder in den Straßen; auf der Seiler-stätte wurde auf eine starke Patrouille gefeuert. Das brachte den Pöbelvon neuem auf; ein wilder Haufe wollte über das Domiuicanerklosterherfallen, es an allen Ecken anzünden und niemand entschlüpfen lassen.

Wie in der inneru Stadt, so war auch in vielen Vorstädten inden spätern Nachmittagstunden des 29. ein Umschlag der Stimmung zumschlimmeru wahrzunehmeu. In der Mariahilfer Hauptstraße geriethen

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