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II. 20. Verhandlungen wegen Uebergabe der Stadt, 28—29.
meinte zuletzt: „es läge natürlich in der Macht des Bezirks-Chefs,seinen Bezirk zu übergeben oder nicht". Es gab einige Auftritte aufder Wieden. Ein Haufe Garden und Mobilen stürmte in's Theresia-num, wo das Bezirks-Commando seinen Sitz aufgeschlagen hatte,schrie nach Hirn, nach dem Vertheidigungsleiter: „Die Lumpen habenuns schändlich verrathen und verkauft! Wo war ein Commandobei der Vertheidigung? Wo ist Moser? Der muß gehenkt wer-den!" Zuletzt wußte mau die Leute zu beschwichtigen, indem manihnen beibrachte, der Bezirks - Chef sei verwundet, der Vertheidigungs-leiter wahrscheinlich zum Ober-Commando berufen. Auch in derNvssau erklärte der Bezirks-Chef den Kampf für beendet. Die Ka-nonen wurden nach der Stadt geführt; selbst die Proletarier, in die-ser Vorstadt mäßiger und zugänglicher als anderwärts, verließen ihrePosten. Noch in der Nacht wurden in der Wohnung Steiuböck's,Hauptmanns der fünften Compagnie, bei 500 Gewehre niedergelegt;einen großen Theil davon, von den frühern Besitzern weggeworfen, hatteman auf dem schon ganz verlassenen Linienwalle aufgelesen. EinzelneHetzer suchten zur Wiederergreifung der Waffen zu bereden; doch dieMehrzahl blieb bei ihrer friedlichen Gesinnung.
Noch spät am Abend fanden sich die meisten Vertheidigungs-leiter und Befehlshaber der verschiedenen bewaffneten Corps in der Stall-burg ein. Messenhanser erklärte: „Nach dem, was heute vorgefallen, istau weitere Vertheidigung nicht zu denken; ich schlage daher eine neueDeputation an den Fürsten vor, um ihn zu vermögen, nur halb-wegs menschliche Bedingungen zu stellen." Nur vereinzelter Wider-spruch erhob sich, dem Messenhauser mit nachdrücklichem Ernst ent-gegentrat ; die Mehrzahl stimmte zu und wählte Schaumburg, Haug,Jelowicki, Naessel. Sehr gern würde sich Messenhauser selbst derDeputation angeschlvsseu haben, wenn es ihm seine Stellung erlaubtHütte. Nach geschlossener Verhandlung verfügte sich Messenhauser indie Sitzung des Gemeinderathes, über das Beschlossene zu berichten.Der Gemeinderath gesellte drei seiner Mitglieder, Hütter, Brodhuber,Winter, der Deputation bei, die sich noch spät in der Nacht in denReichstagsansschuß begab, um auch ihn zur Theilnahme eiuzuladen.Doch dieser lehnte ab. Der Reichstag hatte es früher nicht außer-halb seines Befngnisses gefunden, das Vorgehen des Fürsten Windisch-grätz für ungesetzlich zu erklären und die Nvthwendigkeit auszu-sprechen, daß Wien in Vertheidigungsstand gesetzt werde; er hatte