Verlegung des Reichstages nach Kremsier.
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Betheuerungen überströmenden Sprache dem kaiserlichen Gebote nichtFolge leisten zn können erklärte; vergebens verschwendeten Borrosch,Pittersdorfs, Adam Potocki, Bioland ihre durch den Beifall des Saa-les und der Galerien angeeiferte Beredtsamkeit und brachte Peitlermit seiner schnellfertigen Naivetät unter allgemeinem Gelächter dasnrAumoutuin all Iwininsm vor: „Wo der Reichstag ist, da muß sichauch das Ministerium einfinden, damit man die Minister interpellirenkann"; vergebens wurde eine neuerliche Sendschaft auserkoren: Pillers-dorff, Potocki, Fischhof, Prato, welche die Reichstags-Adresse an daskaiserliche Hoflager bringen und im Verein mit Kraus, der gleich-falls nach Olmüz zu gehen beschloß, persönlich und mündlich imInteresse des Hauses wirken sollte — es gab nicht zehn Personen imSaale, die auf eine Zurücknahme des Olmüzcr Beschlusses rechneten.
Denn daß die deutschen Reichs-Commissare nichts auszurichtenim Stande waren, konnte der Reichstag aus einem in derselbenAbendsitzung vom 25. verlesenen Schreiben ersehen, worin Welckerund Mosle aussprachen, daß sie in Olmüz „für eine unblutige undmöglichst versöhnende und milde Beendigung der bestehenden Zer-würfnisse zu wirken" nicht aufhörten und „sobald als möglich" nachWien zu kommen hofften. Und wie Wessenberg die Lage der Dingeauffaßte, gab er in einer Zuschrift an Kraus zu erkennen, worin erseine aufrichtige Theilnahme an dem Schicksale Wiens ausdrückte;„allein er sehe alle Aussicht entschwunden mit gewöhnlichen oder fried-lichen Mitteln auszureichen; er sei zwar versichert, daß dem Befehls-haber der Truppen nichts willkommener sein werde, als in Stand ge-setzt zu werden, Milde vor Strenge walten zu lassen; doch er meine,von den gutgesinnten Bewohnern der Hauptstadt selbst müßten vorallem die Schritte ausgehen, um der zunehmenden Unordnung zusteuern und dem Gesetze Achtung zu verschaffen," Die ZuschriftWessenberg's wurde vom Reichstage, dem sie erst zwei Tage später,am 27., bekannt wurde, mit Zischen und Hohngelächter ausgenommen,als sollte damit angedeutet werden, daß Wessenberg die gutgesinntenBürger, die der Unordnung zu steuern willens wären, jedenfalls woanders zu suchen habe als in den Räumen der Winterreitschule,
Waren jetzt die Aufständischen in Wien zwischen zwei Feuer ge-drängt, die Forderungen des Fürsten Windischgrätz von der einen