Beabsichtigter Ausfall Bem's vom 23. zum 24.
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Casino; die kaiserlichen Jäger, die nicht ahnten, daß dem gegnerischenUnternehmen eben so sehr die gehörige Leitung als hinreichende Unter-stützung fehlte, zogen sich ohne Kampf auf den Friedhof zurück'").Den nächtlichen Himmel rötheten die Flammen von Feldmüller's Holz-verlag in der Spittelau und vom Gasthause „zum Auge Gottes"vor der Nußdorfer Linie'"), die während der Gefechte des TagesFeuer gefangen hatten. Es waren die ersten größeren Brände, derenunheilverkündenden Widerschein Haufen Voltes von den Basteien derStadt und von den Linien der entfernten: Vorstädte mit ernstemSchweigen betrachteten.
In derselben Nacht, vom 23. zum 24., wollte Bem einen Aus-fall in größerem Maßstabe unternehmen. Sein Plan war, bei derNußdorfer Linie hervorzubrechen, die gegnerische Aufstellung vonDöbling, Heiligenstadt bis Nußdorf aufzurollen, dort die Pontonbrückeanzuzünden. Mit mehr als tausend Mobilen und einigen Kanonenrückte er spät Abends vom Belvedere in die Rossau, ließ die Wällenur schwach besetzen, dagegen möglichst viele Wachtfeuer unterhalten;er selbst quartierte sich in den: neugebauten Eckhause Nr. 122 an:Thury, den: Nußdorfer Linienthor gegenüber, ein und ertheilte Befehlihn nicht vor halb zwei Nachts zu Wecken, da er der Ruhe bedürfe.Inzwischen hatte man sein Vorhaben in der Stadt erfahren. DerGemeinderath Winter eilte in das Ober-Commando, wo man sowohldurch Meldungen von der Linie als durch die Forderung Bem's, ihn:Verstärkungen nachzusenden, gleichfalls um dessen Anschlag wußte.In Abwesenheit Messenhauser's und Haug's sandte Fenueberg denHauptmann Kuchenbecker mit dem Aufträge ab, den Befehl an derLinie zu übernehmen und den Ausfall an: jeden Preis zu verhindern.Als Kuchenbecker in Begleitung eines zweiten N.-G.-Officiers, Mo-crette, an seinen: Bestimmungsorte eintraf, wandte er sich au die inder Nähe der Linie lagernden Garden, wies ihnen seinen Auftrag vorund drang in sie, sich zu dem von: Ober-Commando und vom Ge-meinderathe verbotenen Ausfall nicht verwenden zu lassen; ein jungerNationalgarde-Artillerist Franz Hirsch begab sich auf den Wall undsuchte da in gleichem Sinne zu wirken. Schon früher hatte der Platz-commandant Du Beine versucht, Bein von seinem Vorhaben abzu-bringen und sich insbesondere darauf berufen, daß kein Befehl von:Ober-Commando vorliege; doch Bem hatte ihn mit den Worten: