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II. 10. Ankunft Windischgrätz' im Lager.
Noch von anderer Seite her traf am 22. eine Sendschaft imHauptquartiere zu Stammersdorf ein. Die beiden Reichs-Commissarehatten, wie wir wissen, den Beschluß gefaßt, sich von Krems un-mittelbar an das kaiserliche Hoflager zu begeben; den Gedanken, sichin Wien zu zeigen, glaubten sie um so mehr aufgeben zu müssen, alssie in Erfahrung gebracht hatten, daß ihnen die Aula einen feier-lichen Empfang bereiten und sie dadurch gleichsam mit in das Netzder Wiener Schilderhebung ziehen wolle. Als sie das Eintreffen desFürsten Windischgrätz in der Nähe ihres Weges nach Olmüz erfuhren,beschlossen sie ihre ersten Schritte bei dem kaiserlichen Feldherrn zumachen, welchem, wie sie zu wissen meinten, Minister Kraus die ihnenvon der deutschen Central-Gewalt ausgestellte Vollmacht in Abschriftmitgetheilt hatte. Sie wurden in Stammersdorf höflich empfangen.Wyß kam wiederholt, sie im Namen des Fürsten zu begrüßen; siespeisten an der Tafel der kaiserlichen Generale, in deren Gesellschaftsie sich ganz behaglich fühlten. Doch als sie endlich vom Feld-marschall empfangen wurden, ließ sie dieser über die Erfolglosigkeitihrer beabsichtigten Vermittelung keinen Augenblick im Zweifel. „SeinMonarch selbst", äußerte er unter andern, „könne augenblicklich inWien nichts thun, da derselbe ihm unbedingte Vollmacht gegebenhabe; ob sie etwa ein besseres Recht sich einzumischen hätten als derKaiser von Oesterreich?" Welcker versuchte in das Geleise von Aus-gleich und Versöhnung einzulenken; doch Windischgrätz kreuzte seineberedte Auseinandersetzung mit den Worten: „Es scheint fast, alswenn Sie für die Wiener Volks-Souverainetät Partei nähmen!"Als sich die Reichs-Commissäre auf ihren Auftrag vom Reichsverweserberiefen und die Verantwortlichkeit gegenüber der deutschen Central-Gewalt hervorhoben, entgegnete der kaiserliche Feldherr brüsk: „IhreVollmachten brauche ich nicht einzusehen. Oesterreich bedarf der Pauls-kirche nicht; es wird den Kampf um sein Bestehen allein ausfechten."Mit der Bemerkung Welcker's: „Der Fürst möge durch sein Vorgehendas Verhältniß Deutschlands zu Oesterreich nicht trüben oder docherschweren", war die Verhandlung geschlossen^»).
Auch vom Wiener Nationalgarde-Ober-Commando kam eine Bot-schaft nach Stammersdorf. Es war eine Zuschrift Messenhauser's anden Fürsten Windischgrätz, „Befehlshaber der am linken Donauufersich concentrirenden Truppen", worin er diesen bat, nicht die Zufuhr