Frci-Corpö. — Arbeiter.
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verschiedenfarbiger Karten vor sich und erwarteten, die Feder hinterdein Ohre, die sich Anmeldenden, deren Zulauf ein von Zeit zu Zeiteinen Marsch aufblasender Trompeter herbeizuziehen hatte. Der An-drang war aber kein großer, wenn man die Gassenjungen ausnahm,die von der Neugierde getrieben den Werbtisch erwartungsvoll um-standen, und sicher war es nicht die Mühe übergroßer Beschäftigung,was die Werber nöthigte, den aus einem benachbarten Wirthshauseherbeigeholten Getränken so fleißig zuzusprechen. Der Hauptwerbe-platz war vor der Universität; in dem drängenden Gewoge, das daimmer herrschte, standen die verschiedenen Tische, hohe Stangen daranmit Tafeln: „Frei-Corps 20 kr. täglich", „Universitäts-Corps 25 kr.",„Zur Mobilen 25 kr." Neben der freien Werbung wurden aber nochandere Mittel versucht, wobei sich selbst der Pöbel thätig zeigte, derz. B. eines Tages (vor dem 19.) am Tabor eine Partie Schüblingeihrer Geleitsmannschaft gewaltsam entriß, um sie der Bolkswehr ein-zureihen. Ein Hauptaugenmerk der Führer war von allem Anfangauf die bei den Bauten in oder nahe bei Wien beschäftigten Arbeitergerichtet, deren Zahl man aus nahezu 4000 — eine Quelle gibt ziffer-mäßig 3868 au — berechnete. Um auch die am Sömmering beschäf-tigten herbeiznziehen, waren schon am 12. einige Studenten dahingeschickt worden, die aber mit einem Zuge von etwa 300 auf demBahnhöfe von Baden eintrafeu, als dieser bereits von Soldaten be-setzt war, 13. Die Studenten hatten in Eile ihre Calabreser weg-geworfen und Arbeiterkittel angethan, wurden aber von ihren neuge-worbeneu Recruten selbst verrathen, hervorgezogen und unter starkerBedeckung an das Militärkommando abgeführt; einer derselben, einjüdischer Techniker aus Mähren, Moriz Kohn mit Namen, bei demman 100 fl., aufrührerische Proclamationen und eine Vollmacht desGouverneurs der Steiermark zur Ausbietung des Landsturmes ge-funden, wurde am 15. früh erschossen, nach Anderen gehenkt. DieArbeiter selbst kamen, nachdem man ihnen die Gewehre abgeuommen,mit einer nachdrücklichen Ermahnung davon und wurden unter Be-deckung einer Compagnie Soldaten auf den Sömmering zurück trans-portirt.
Kümmerlicher als mit den Fuß-Corps sah es mit der Reitereiaus. Von der vor Monaten noch so stattlichen Bürger- und Natio-nalgarde-Cavallerie waren in den Octobertagen kleine Reste übrig