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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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I. 2. Zustände und Stimmungen in Wien.

und Dein waren ganz abhanden gekommen. Die Schwäne undtürkischen Enten, selbst die Goldfischchen im Teiche des Schwarzen-berggartens waren bald verschwunden; die Weinvorräthe im fürst-lichen Keller, die das Militär gewissenhaft geschont hatte, wurdenvon dessen Nachfolgern für gute Prise erklärt; und allerhand Damentrugen keine Scheu, sich mit riesigen Bouquets zu schleppen, zu denendie Blumenbeete und Gewächshäuser des Parks ihr Schönstes her-geben mußten. Im Prater wurden von Garden und Mobilenförmliche Hirschjagden gehalten, so daß zuletzt eigene Wachtpostenaufgestellt wurden, die keinen Bewaffneten mehr passiren ließen.Warum war es nöthig, an jedes öffentliche Gebäude, das Gegen-stände von Werth enthielt, anschlagen zu lassen :National - Eigen-thum" oder:Steht unter dem Schutze des hohen Reichstages"?Wozu ferner der drakonische Erlaß Messenhauser's vom 2,4.:WegenPlünderung"? Was den Punkt der Sittlichkeit betraf, so war esallgemein bekannt, daß die Amazonen und Barricadendamen vonSprödigkeit nicht viel wußten, und wenn trotzdem General Bem, demes Ernst zu sein schien den zügellosen Massen einige Achtung einzu-flößen, auf der Sandgestätte einen Mobilen wegen eines grellenNothzuchtfalles erschießen lassen mußte, so wirst das ein eigenthüm-liches Licht auf die Zustände einer Stadt, die der Reichstag in sei-nen Adressen an den Kaiser und Manifesten an die Völker Oester-reichs als musterhaft zu preisen keinen Anstand nahm.

Wie über die Behauptung, daß in Wien Anarchie walte, soereiferten sich die revolutionären Organe auch über die andere, daßdie öffentliche Meinung der Stadt unter dem Terrorismus einerkleinen Partei stehe.Nur ein Sinn herrscht in Wien", riesen siemit Pathos,ein Geist erfüllt die ganze Bevölkerung!" Dagegenwar vor allem zu bemerken, daß in den Octobertagen überhaupt garnicht von der ganzen Bevölkerung Wiens gesprochen werden konnte,weil die halbe auf und davon war. Hatte schon nach den Mai-Barricaden alles, was die Mittel dazu besaß und nicht an Wiengefesselt war, die Stadt verlassen, aus der der Kaiser fliehen mußte,so nahm in der Octoberzeit die Entvölkerung ungleich größere Ver-hältnisse an. Gleich am 7. October sah man Flüchtlinge zu Fuß undzu Wagen durch alle Linien Wien's das Freie suchen. Das Dampf-schiff nach Oberösterreich, alle aus Wien führenden Straßen und