Druckschrift 
3 (1844) Nubien und Sudan
Entstehung
Seite
261
Einzelbild herunterladen
 

261

strahlen versengte Gegend mehrere Monate langzum üppigsten Garten.

Immer voller, schöner und grüner erschienenschon am folgenden Tage die Ufer des Flusses,durch deren Buschgcwirr die unsre Barken ziehen-den Neger jetzt große Mühe hatten, sich durchzu-drängen. Ich bemerkte viele Wcidenartcn, die nebsteiner Gattung Holunder mit großen weißen Blüthcnsäst die einzigen Pflanzen sind, welche nicht mitunzähligen Stacheln bewaffnet, dem Spaziergängerhier jeden Schritt streitig machen zu wollen scheinen.Der Fluß war sehr breit und verhältnismäßig seicht,die Ufer jedoch meistens schroff, der Wind contrairaus Süden, und dennoch die Luft ungemein kühl,die Atmosphäre trübe. In der Nacht hatte cs einigeStunden geregnet, aber nicht heftig. Wir fandendas Wasser des blauen Flusses, dessen Farbe, bei-läufig gesagt, jetzt dunkelockergelb ist, nicht ganz sogut und wohlschmeckend als das des Nils nach demZusammenfluß, auch wurde es, trotz alles Filtrircns,nicht so crpstallklar. Da ich leider keinen Weinmehr habe, ist dieser Mangel desto empfindlicher;glücklicherweise findet man indes hier überall Milch.