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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
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freizugeben, die sieben verschiedenen, sich bis dahin sämtlich als aus-schließliche Vertreter des russischen Volkes geberdenden Parlamenteheimzusenden, und schrieb dann, nachdem er sich für die Zwischenzeitmit einem Rate von Vertrauensmännern der verschiedenen Parteienumgeben, mit thunlichster Beschleunigung allgemeine Neuwahlen für einekonstituierende Versammlung aus.

Da Produktion und Verkehr beinahe gänzlich stille standen, sowar das Elend grenzenlos. Die Arbeitgeberschaft war von einigender extremsten Parteien als todeswürdiges Verbrechen verfolgt worden,niemand wagte es daher, Arbeiter zu beschäftigen; sich selber zuorganisieren, dazu waren in den meisten Teilen des Reiches dieunwissenden, in knechtischem Gehorsam darniedergehalten gewesenenMassen gänzlich außer Staude, und da zum Überfluß die radikalstenunter den Nihilisten auch die Organisatoren freier Associationen als. maskierte Herren" zu guillotinieren begonnen hatten, so schien es fast,als ob gegenseitiges Todschlagen die einzige Thätigkeit sei, der manhinfort in Rußland obliegen könne.

Die Proklamation, mit welcher Radoslajew die Wahlen ausschrieb,beruhigte zwar die Gemüter, genügte aber nicht zu rascher Jnaugnrie-rung ersprießlicher produktiver Thätigkeit. Als daher die neugewähltekonstituierende Versammlung zusammengetreten war, schlug ihr Radoslajewals Übergangsstadium in das Regime der wirtschaftlichen Gerechtigkeitein gemischtes System vor, in welchem neben den Keimen der anzu-strebeuden freien Gesellschaft und neben allfälligen Resten alter Einzel-wirtschaft eine Art von Übergangs-Kommunismus Platz finden sollte.

Zunächst aber mußte Ordnung in die bestehenden Rechtsverhält-nisse gebracht werden. Während der unserer Ankunft vorhergehendenSchreckensherrschaft war aller unbewegliche Besitz zu Nationaleigentumerklärt worden, ohne daß die früheren Eigentümer irgendwelche Ent-schädigung erhalten hatten; alle bestehenden Schuldverhältnisse wareneinfach annulliert und es galt nun, nachträglich diese Gewaltakte gut-zumachen, soweit es irgend noch anging. Doch in diesem Punkte er-wies sich anfangs auch die neue Nationalversammlung halsstarrig. DerHaß gegen die alte Ordnung war ein so allgemein verbreiteter undtiefer, daß selbst die Depossedierten es nicht wagten, auf unsere Ab-sichten einzugehen. Das aus der Epoche der Ausbeutung herrührendePrivateigentum galt schlechthin als Raub und Diebstahl, die Inanspruch-nahme von Entschädigungen als schimpflich, derart, daß eine Deputationfrüherer Großgrundbesitzer und Fabrikanten, an ihrer Spitze zwei ehe-malige Großfürsten, Radoslajew beschwor, von seiner Forderung abzu-stehen, damit der kaum entschlafene nihilistische Fanatismus nicht neuer-lich gereizt werde. Nichtsdestoweniger beharrte dieser, nachdem er sichmit uns, den ihm beigegebenen Freiländeru, beraten, aus seiner Forde-