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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
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307
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— Beschluß der die Majorität bildenden alten Mitglieder, es versuchenwollten, neue Zuwanderer vom Mitgenusse irgendwelcher besondererProduktionsvorteile im Wege schlechter unfreundlicher Behandlung fern-zuhalten; wer schützt in solchem Falle diese Neulinge gegen Ihre, vonder Majorität Ihrer Associationsmitglieder nicht bloß gebilligte, sonderngeradezu in deren Interesse geübte Willkür? Die Mißhandelten habendie Freiheit, fortzuziehen; aber das ist es ja eben, was — Sie ent-schuldigen wohl die, bloß um der prinzipiellen Aufklärung willen vor-gebrachte Unterstellung — erreicht werden will und was doch ver-hütet werden muß, soll darüber nicht Ihre ganze Gleichberechtigung indie Brüche gehen. Oder die Majorität kann sich zu gleichem Zweckeein so hohes Präcipuum votieren, daß das damit geübte Unrecht alleZuwanderung abhält. Wo liegt der Schutz gegen derartige Ausschrei-tungen des Eigennutzes in einem Gemeinwesen, welches keinerlei Ein-engungen des individuellen Eigennutzes kennt und kennen will?"

„Abermals in der freien Konkurrenz," entgegnete lächelnd derDirektor. „Derartige Ausschreitungen wären bei uns nur möglich, wennsie im geheimen geübt werden könnten, d. h. wohlverstanden, wenn nichtbloß die darauf abzielenden Beschlüsse, sondern auch deren Ausführungder Aufmerksamkeit des ganzen Landes vollständig entginge. Ich müßtenicht bloß den geheimen Auftrag von meinen Associationsmitgliedernerhalten, alle Zuwanderer hinauszuchikanieren, ich müßte auch das Kunst-stück zuwege bringen, diesen Auftrag derart im Verborgenen zu voll-strecken, daß Niemand, am allerwenigsten die Opfer desselben, das Ge-ringste davon merkten. Denn mit dem Momente, wo meine Praktikenruchbar würden, wäre ich — darauf können Sie sich verlassen — zumlängsten Direktor, meine Auftraggeber wären zum längsten Majoritätder Bodenassociation von Nordleikipia gewesen. Und genau ebenso ver-hielte es sich, sowie unser Beschluß, den alten Mitgliedern ein unge-bührliches Präcipuum zuzuwenden, bekannt würde. Denn wie Sieleichtlich ermessen können, ist die öffentliche Meinung Freilands inkeinem Punkte wachsamer und eifersüchtiger, als gerade in diesem, ihrenLebensnerv berührenden, das individuelle Interesse Aller gleichmäßigbedrohenden; und da die schrankenlose Freizügigkeit allen Arbeitern desganzen Landes jederzeit gestattet, welcher Gesellschaft immer beizntreten,so gehört keine sonderliche Phantasie dazu, um sich das mit unfehlbarerSicherheit Kommende genau auszumalen. Der erste Arbeiter, den meineplanmäßigen Chikanen zum Verlassen unserer Gesellschaft zwängen, würdevielleicht selber noch keine böse Absicht bemerken; der zweite vielleichtschon Lärm, aber vorerst noch vergeblichen schlagen; beim dritten undvierten dürfte bereits das öffentliche Mißtrauen rege werden, und eheich meine Künste am zehnten Opfer zu üben vermöchte, wäre durcheinen aus allen Gauen herbeiströmenden Zufluß neuer Mitglieder

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