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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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hinstellen: in dem Zwiespalte, in welchen die Produktivität der Arbeitmit dem geltenden socialen Rechte geraten, könnte erstere, die neueForm der Arbeit, unterliegen; vor die Unmöglichkeit gestellt, von denerlangten wirtschaftlichen Fähigkeiten den vollen Gebrauch zu machen,könnte die Menschheit diese Fähigkeiten wieder verlieren. In diesemFalle wäre der Einklang zwischen Produktivität und Konsum, Arbeitund Recht, auf der alten Grundlage zurückgewonnen und dementsprechendkönnte auch die Moral der Menschheit im alten Geleise verharren.Der Fortschritt zu wahrer Menschenliebe müßte zwar unterbleiben, dennnach wie vor würde der Kampf ums Dasein auf Unterdrückung desNebenmenschen beruhen, aber die Notwendigkeit des Vernichtungskampfeswäre vermieden. Auch die Ahnung der Möglichkeit einer solchen Ent-wickelung war der abendländischen Menschheit nicht fremd; es hat, ins-besondere während der jüngsten Generationen, an teils bewußten, teilsunbewußten Versuchen nicht gefehlt, sie in diese Richtung hinüberzuleiten.Von der würgenden Umklammerung der Überproduktion geängstigt, demWahnsinne nahe gebracht, rüttelten ganze Nationen an den Grund-pfeilern der Produktivität, suchten die Quelle der Arbeitsergiebigkeit zuverschütten und verfolgten mit verbissenem Hasse den Kulturfortschritt,dessen Früchte zeitweise so bitter waren. Die Angriffe gegen die Volk-Lildung, gegen die unterschiedlichen Arten der Arbeitsteilung, gegen dasMaschinenwesen, sind nicht anders zu verstehen, als eben durch diesesZeitweilige Bestreben, den Zwiespalt, in welchen die Gütererzeugung zurGüterverteilung geraten, durch Zurückschraubung elfterer zu überwinden.Daß solcherart auch die Moral vor einer Ausartung bewahrt werdensollte, deren eigentlich treibende Ursache diese Sorte von Reformatorenallerdings nicht begriff, die aber als düstere Ahnung vor ihrem geistigenAuge schwebte, läßt sich desgleichen nicht verkennen.

Und nun, nachdem wir alle drei überhaupt denkbaren Entwickelungs-formen der Reihe nach betrachtet: 1. die Anpassung des socialen Rechtsan die neue, höhere Arbeitsform und dem entsprechende Entwickelungeiner neuen, höheren Moral; 2. den dauernden Gegensatz zwischenArbeitsform und Recht und dem entsprechende Rückbildung der Moral;3. die Anpassung der Arbeitsform an das bisherige sociale Recht durchPreisgebung der höheren Produktivität und dem entsprechenden Fort-bestand der bisherigen Moral — nunmehr fragen wir uns, ob imKampfe dieser drei Richtungen eine andere als die erste Siegerin seinkann. Denkbar sind sie, wie gesagt, alle drei; ist aber auch denkbar,daß materieller oder moralischer Verfall sich neben moralischem zugleichund materiellem Fortschritt behaupten, oder vollends über diesen end-gültig triumphieren würden? Möglich, sagen wir sogar wahrscheinlich,daß ohne unser vor 25 Jahren erfolgreich durchgeführtes Unternehmendie Menschheit zunächst noch längere Zeit hindurch sich vorwiegend auf