30. August mit 36 000 Mann und 200 Geschützen die Gallagrenze.Um möglichst große Marschleistungen zu erzielen und die Mannschafttrotzdem zu schonen, war das Handgepäck aufs äußerste beschränkt. Esbestand außer den Waffen — Repetiergewehr, Repetierpistole undkurzem, auch als Haubajonett zu gebrauchendem Schwert — nur aus80 Patronen, einer Feldflasche und kleinem, zur Aufnahme einerMahlzeit bestimmten Ranzen. Alle anderen Gepäckstücke trugen Hand-pferde, die den Marschkolonnen unmittelbar folgten und deren auf jedeHundertschaft 25 kamen. Dieser der Mannschaft jederzeit zur Ver-fügung stehende sehr bewegliche Train führte wasserdichte Zelte,Anzüge und Schuhwerk zum wechseln, Regenmäntel, Konserven undGetränke für einige Tage, und eine Patronenreserve für 200 Schußper Mann mit sich. Unsere jungen Leute waren solcherart mit allemNötigen versehen, ohne selber überlastet zu sein und sie legten daheran einzelnen Tagen bis zu 40 Kilometer zurück, ohne daß es Marodegegeben hätte.
Die freiländische Centralverwaltung hatte der Armee einenKommissar beigegeben, dessen Amt es war, etwaige Wünsche derHeeresleitung, soweit deren Erfüllung Sache der Centralstelle wäre,entgegenzunehmen; ferner für den Fall, als der Negus sich zu Frie-densverhandlungen geneigt zeigen sollte, dieselben zu führen; schließ-lich für Sicherheit und Bequemlichkeit der fremden Militärbevollmüchtigtenund Zeitungsreporter Sorge zn tragen, die unseren Kriegszug mit-machten. Ein Teil dieser Herren begleitete uns zu Pferde, ein andererTeil war auf Elefanten bequem untergebracht; die meisten folgten demHauptquartier, welches dieselben über alle Vorkommnisse auf dem Laufen-den erhielt.
Am dritten Marschtage, dem 2. September, verständigte unsunsere vorausschwärmende Reiterei, daß sie auf den Feind gestoßen sei.Da Aragy, bevor er einen entscheidenden Kampf annahm, zuvor durchdie That erproben wollte, ob er und wir alle nicht etwa doch in einerverhängnisvollen Täuschung bezüglich der vorausgesetzten Überlegenheitunserer Mannschaften über die feindlichen befangen wären, gab er derVorhut Auftrag, eine forcierte Rekognoscierung vorzunehmen, d. h. denGegner zu möglichst vollständiger Entfaltung seiner Kräfte zu nötigenund erst zurückzuweichen, wenn über die Marschrichtung der feindlichenHauptmacht Sicherheit erlangt sei.
Am 3. September bei grauendem Morgen griffen wir — ich warnämlich auf meinen Wunsch dieser Truppe beigegeben worden — dieabyssinische Vorhut bei Ardeb im Flußthale des Dschub an. Diese,der unsrigen nicht stark an Zahl überlegen, wurde im ersten Anlaufüber den Haufen gerannt, ihr sämtliches Geschütz — 36 Stücke — nebst1800 Gefangenen abgenommen, ohne daß die Ünsrigen mehr als fünf