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wie mir scheint etwa zehn bis zwölf Wohnräume — das Estrich ist zwaraus Marmor — aber sie müssen doch gefegt werden. Ich sehe überallschwere Teppiche, wer reinigt diese? Mit einem Worte, wer verrichtetdie gröbere Arbeit in diesem, wie der oberflächlichste Augenschein zeigt,mit peinlichster Sorgsamkeit instand gehaltenen, komfortabel eingerichte-ten Hanse?"
„Die nämliche Gesellschaft, mit deren Wachtstube ich Sie soebenbekannt gemacht habe; nur brauchen wir nicht zu klingeln, um diese, zumregelmäßigen Bedarfe gehörigen Verrichtungen besorgen zu lassen, viel-mehr geschieht dieses auf Grund eines vereinbarten Tarifs, ohne daßman sich fernerhin darum zu kümmern hätte, mit einer Pünktlichkeit,die nichts zu wünschen übrig läßt. Die Gesellschaft besitzt Haus- undStubenschlüssel der mit ihr in Akkord stehenden Häuser. Zeitlich mor-gens, wir schlafen meist noch alle, erscheinen geräuschlos ihre Sendlinge,nehmen die zu reinigenden Kleider — richtiger die zu wechselnden, dennwir Freiländer tragen niemals ein Kleidungsstück an zwei aufeinanderfolgenden Tagen — von den Orten, wo sie des Abends hinterlegt wur-den, thun die gereinigten an die dazu bestimmte Stelle, bereiten dieBäder — denn in den meisten freiländischen Häusern hat jedes Fami-lienglied sein besonderes Bad, das täglich genommen wird, es sei denn,daß man ein See- oder Flußbad vorzöge — reinigen die Vorräumeund einen Teil der Stuben, entfernen die Teppiche und sind verschwun-den, ohne daß man zumeist auch nur eine Ahnung ihrer Anwesenheitbesitzt. Und zu all dem genügen wenige Minuten. Es wird nämlichfast durchweg mit Maschinen gearbeitet. Sehen Sie jenen kleinen Ap-parat dort hinten im Korridor? Das ist eine Wasserkraftmaschine, inGang gebracht durch das Öffnen jenes Hahnes dort, der sie mit dergroßen, von den Keniakaskaden gespeisten Hochdruckleitung in Verbindungsetzt. (In anderen Städten, wo Wasserdruck bis zu 35 Atmosphärennicht so leicht zu beschaffen ist, thun elektrische oder pneumatischeKraftleitungen den nämlichen Dienst.) Hier die stählerne Welle in dermit dem zierlichen Gitter verdeckten Höhlung am Boden, und dort obenan der Stubendecke die broncene, die dem Gestänge zum Aufhängen derSpiegel und Bilder zum Verwechseln ähnlich sieht — es sind alles Transmis-sionen, welche die Bewegung der Wassermaschine in jeden Raum desganzen Hauses, von den Kellern angefangen bis zu den Gelassen unterdem Dache, übertragen. Und dort in jener Kammer findet sich eineAnzahl von Maschinen, deren Bedeutung ich Ihnen schwer erklärenkann, wenn Sie sie nicht in Thätigkeit sehen. Eine Reihe anderer Geräteführen die 3—4 Leute der Association bei ihren Besuchen mit sich, undwenn diese Maschinen mit dem Gestänge da oben oder da unten inVerbindung gebracht sind und der Hahn des Wassermotors geöffnetwird, so ist solch ein Raum im Handumdrehen gefegt, gewaschen, die
Hertzka, „Freiland" 11