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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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der Zeche in keinem Fall Sorge; Ihr werdet zahlen wann Ihr könntund wollt."

„Machte auf uns einen ganz curiosen Eindruck, dieser Direktor;wir sagten aber nichts, sondern beschlossen, den Freiländern weiter aufden Zahn zu suhlen. Wir kamen in die große Warenhalle und ver-suchten Kleider, Wäsche u. dgl. auf Borg zu nehmen. Es ging vortreff-lich. Die Verkäufer — es waren, wie sich herausstellte, Kommis derAnstalt — verlangten zwar eine Zahlungsanweisung an die Central-bank, als wir jedoch entgegneten, daß wir dort noch kein Konto besäße»,meinten sie, das thäte auch nichts; sie begnügten sich einstweilen mitschriftlicher Bestätigung der Kaufsumme, welche die Bank ihnen seiner-zeit, wenn wir unser Konto hätten, schon gutschreiben werde. So ging'süberall. Mackah oder Gould kann in New-Aork nicht bereitwilligerKredit finden, als wir in Edenthal fanden.

„Nach einigen Tagen schon schritten wir an unsere „Gründung".Mißtrauen war, wie gesagt, fürs erste nicht zu besorgen, unangenehmblieb aber trotzdem, daß die freilandischen Einrichtungen die Öffentlich-keit aller auf Geschäfte bezüglichen Akte, Daten und Umstände verlangen.Wir wußten zwar, daß von Polizei oder Gerichten nichts zu befürchtensei; was aber wollten wir thun, wenn das freiländische Publikum dervorgeschützten Gründung Geschmack abgewinnt und unserer Associationbeizutreten wünscht? Wir konnten natürlich Kompagnons nicht brauchen,sondern mußten hübsch unter uns bleiben, sonst war unser ganzer Planins Wasser gefallen. Wir forschten überall, ob es kein Mittel gäbe, dieZahl der Teilnehmer zu begrenzen, hatten über diesen Gegenstand ein-gehende Besprechungen mit gutunterrichteten Freiländern, beklagten unsüber das himmelschreiende Unrecht, daß wir gezwungen sein sollten, denNutzen der ausgezeichneten „Idee", die wir gefaßt, hier mit aller Weltzu teilen, unsere Geschäftsgeheimnisse preiszugeben u. s. w.; es halfaber alles nichts. Die Freiländer blieben in diesem Punkte verstocktund meinten, Niemand zwinge uns, unsere Geheimnisse preiszugeben,wenn wir selbe aus eigenen Kräften fruktifizieren wollten; wenn wiraber hierzu freiländischen Boden und freiländisches Kapital brauchten,so müsse selbstverständlich ganz Freiland wissen, worum es sich handelt.„Und wenn unser Geschäft nur eine kleine Anzahl von Arbeiternbrauchen kann, wenn z. B. die Ware, die wir fabrizieren wollen, zwargroßen Gewinn abwirft, aber doch nur beschränkten Absatz hat, müssenwir auch dann alle Welt beitreten lassen? „In diesem Fall" — so wardie Antwort — „werden freiländische Arbeiter nicht so dumm sein, sich Euchmassenhaft aufzudrängen." „Schön!" rief ich mit verbissenem Zorn,„wenn aber doch mehr beitreten, als wir gerade brauchen können?"Doch auch darauf wußten die Leute eine Antwort; dann, so meintensie, würden die zuviel Beigetretenen eben nachträglich austreten, oder

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