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Wir kehrten daher in das von unfern Tragetieren ohnehin noch nichtverlassene Lager zurück und rüsteten das Mittagmahl. Zur Feier desunblutig erfochtenen Sieges wurde dasselbe besonders reich, vornehm-lich mit Fleisch, nebst Milch der einzigen Nahrung der Massai-Elmoran— bereitet, und zum Schlüsse eine riesige Bowle aus Rum, Honig,Limonen und heißem Wasser gespendet, die allen unseren Leuten treff-lich mundete, die Massai aber geradezu in Begeisterung versetzte. DieseBegeisterung überschritt alle Grenzen, als die diversen 43 Blutbrüdernach genossenem Punsche mit einer Freundschaftsgabe von je einer —roten Hose bedacht wurden. Der Leitunu erhielt ein Extrageschenk inForm eines goldgestickten Scharlachmantels.
Die Duruina-Wüste, in die wir um 5 Uhr nachmittag eintraten,ist gänzlich unbewohnt und während der trockenen Monate berüchtigtwegen ihres beinahe vollständigen Wassermangels. Jetzt, unmittelbar nachder Regenzeit, fanden wir in den zahlreichen Bodenspalten und brun-nenartig oft bis zu 2 und 3 Metern vertieften natürlichen Löchern er-trägliches Wasser in genügender Menge. Von der Hitze aber hattenwir bis Sonnenuntergang viel zu leiden, was uns veranlaßte, mitPreisgebung unserer Nachtruhe in einem Gewaltmarsche bis Taro vor-zudringen, einem recht ansehnlichen, durch angesammeltes Regenwassergebildeten Teich, den wir gegen Morgen erreichten. Hier hielten wireinen halben Rasttag, d. h. wir brachen nicht des Morgens, sonderndes Abends auf, unsere Kräfte für den nun folgenden bösesten Teildes Weges schonend. Die Wasserlöcher wurden von da ab seltener,das Aussehen der Landschaft noch trostloser: eintönige, flache Stein-felder, abwechselnd besetzt mit häßlichem Dornendickicht. Doch Menschenund Tiere hielten die schlimmen drei Tage wacker aus und am 12. Maierreichten wir wohlbehalten, obwohl arg durchnäßt durch einen unsplötzlich überraschenden Platzregen, das liebliche Land der Wateita amherrlichen Ndara-Gebirge.
Hier lernten wir zum ersten Male die entzückende Pracht äqua-torialen Hochgebirges kennen. Das Ndara-Gebirge besitzt eine Höhe
bis zu 1550 Metern, ist vom Gipfel bis zum Fuße mit üppiger Vege-
tation bedeckt, zahlreiche silberhelle Bäche und Flüsse rauschen und tosenan seinen Abhängen zu Thale und die Rundschau von günstig gelegenenAussichtspunkten ist geradezu entzückend. Da wir hier einen vollen
Rasttag hielten, so benutzten die meisten von uns die Gelegenheit zu
Ausflügen rings in der wundervollen Landschaft, wobei uns einige zuHandels- und Missionszwecken angesiedelte Engländer in liebenswür-digster Weise als Führer dienten. Ich selber konnte nicht allzutief indas Gewirr köstlicher, schattenreicher Thäler und Gipfel, das uns ringsumgab, eindringen, da ich die Verpflegung der Karawane sowohlin Teita als auch für die jenseits desselben bis zum Kilima-Ndscharo