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Fig. 62.
grösserem Maassstabe aufgezeichnet, und in ihr die Linie ik senk-recht auf gh gezogen. Es repräsentirt sonach die Linie gi dieschräge Vorderfläche des Blattstab-Profils, die Linie gk ihre Pro-jection auf der Verticalen gh. In Figur 62 ist nungk = 0,114 H . cos. 2572°
= 0,103 H.
Es unterscheidet sich gk sonach von der früher berechneten de =0,104 H. nur um 0,104—0,103 = 0,001 H. und zwar bei dem inBetracht gezogenen Gesammtmaass von 3 Winkelgraden.
Ueberlegen wir uns das Ergebniss der vorstehenden Berech-nung, nach welcher die Projection von Linie gi, und zwar gk, fastvollständig = de oder gleich der eben so grossen Länge der amunteren Ende der Parade abgeschnittenen Minuten-Partes ist, sokommen wir zu dem Schlüsse, dass bei der Art von Gliedernad 2 in unserm Systeme fast jeder Fehler vermieden wird, wennwir die 1621 verticalen Partes-Einschnitte nicht mit dem Winkel-Instrument, sondern einfach dadurch machen, dass wir die verticale
Höhenlinie, der Fagade direkt d. h. nach einem Längenmaassstabein 1620 Theilchen theilen, und jeden Theil einen Minuten-Parsnennen. Bei eingehenderer Ueberlegung erscheint schliesslich einsolches Verfahren auch nicht unnatürlich, da die Höhen Verkürzung,welche sich durch die höhere Lage dieser Glieder ergibt, geradedurch die grössere Breite, welche die schräge Profillinie solcherBlattstäbe in grösserer Höhenlage unserem Auge zeigt, vollständigausgeglichen wird. Man muss sich dazu vergegenwärtigen, dassdie mit unserem Auge in einer Höhenlage sitzenden, also unternFacaden-Blattstäbe von demselben bezüglich ihrer Höhe mit einemAugenwinkel gemessen werden, der ebenfalls der oben berechnetenProjection der schrägen Profillinie gk in Fig. 62 entspricht,ad 3) Hängeplatten, Stege etc.
Endlich gelangen wir zur Behandlung derjenigen Glieder,welche im Profil eine verticale Vorderkante haben, also der Stege,Riemchen, Hängeplatten etc.
Bei den Stegen und Riemchen wird dasselbe Verhältniss wiebei den Rundstäben obwalten, d. h. die durch die höhere oderniedrigere Höhenlage sich ergebende Differenz des Augenwinkelswird auch hier in der künstlerischen Praxis als zu unbedeutendfür gewöhnlich vollständig vernachlässigt werden können.
Sobald jedoch dergleichen Stege resp. Riemchen über eineHöhe von 3—4 Winkel-Minuten d. h. 3—4 Minuten-Partes stei-gen, so darf die jedesmalige Correctur durch die Verkürzungsfac-toren der Tabelle IV des Anhangs nicht ausbleiben.
Das Kapitel 20 behandelt weitläufigst die Methode, wieder optischen Verkürzung der grossem verticalen Glieder, vorallen der Hängeplatten, der Sparrenkopfreihen und der Zahn-schnittreihen Rechnung getragen wird. Diese auf letzte Glie-derungen sich beziehenden, wichtigsten Bedenken sind daher schonin dem obigen Texte vollständig anerkannt und berücksichtigt.Es braucht daher hier im Anhänge die mathematische Ausein-andersetzung des citirten Kapitels nicht noch einmal wiederholtzu werden. —
Somit glaubt der Verfasser alle Bedenken, welche auch dermathematisch prüfende Architekt gegen das aufgestellte Systemvorzubringen versucht sein möchte, mit eigner Hand und zwar inder Wurzel beseitigt zu haben. —
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Universitäts-Buchdruckerei von Carl Georgi in Bonn.