Das Transitorische.
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desjenigen, was es zeigen will, im Widerspruch. (Der Leser verzeihemir die nur selbst kaum erträgliche Breite; aber wenn ich nicht jedesWort zerkleinere und zerrühre, wie dem Kinde den Brei, so verstehenmich ja die großen Gelehrten nicht.) Und wir haben oben gesehen,daß die Künstler aller Zeiten nach jenem Gesetze gehandelt, und daß,wo einzelne versucht haben, sich darüber hinwegzusetzen, sie es zumSchaden ihres Werkes gethan.
Die Frage ist nur: was für Dinge sind es, die sich nicht alsdauernd, oder, wie Lessing sagt, nicht anders als transitorischdenken lassen. Ich bekenne, daß mir Lessings Definition hier auchnicht ganz genügt; aber freilich nicht, weil sie die Kunst, wie Bischermeint, zu sehr, sondern weil sie sie nicht genug einengt. Dennindem er aus den Begriff des nur transitorisch Denkbaren die Eigen-schaften: „Plötzlich ausbrechen", „Plötzlich verschwinden" und „Nureinen Augenblick existiren können" häuft, so beschränkt er dasjenige,was die Kunst nicht ausdrücken soll, aus Dinge, welche sie ab-solut nicht ausdrücken kann.
XXXVII.
Die Bewegung.
Und damit nöthigt er uns, nun zu fragen: wenn die Kunst an-deutungsweise, durch vorübergehende Erscheinungen der Körper, Hand-lungen ausdrücken will, was für vorübergehende Erscheinungen,oder, wie wir nun wohl sagen dürfen, was für Bewegungen kannsie darstellen?
Blümner hat (a. a. O. S. 62—96) diese Frage mit Benutzungder Henkeschen und Brück eschen Arbeiten ausführlich und gründlichbesprochen, so daß ich mich kurz fassen und selbst in den Puncten, inwelchen ich zu abweichenden Resultaten komme, wenigstens bezüglichdes Materials aus ihn verweisen kann.
Lessing leistet uns hierbei, abgesehen von dem bereits An-gegebenen, wenig Hülfe. Er hatte die Absicht, die Frage im zweitenTheile zu besprechen; aber aus dem Satze der Disposition (4 sX, bj