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Lessings Laokoon und die Gesetze der bildenden Kunst
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Einfache und collective Handlungen.

Man könnte mir aber einwerfen:Woher weißt dn denn, daß

er nicht die Absicht hatte, in XDIII, welches von den der Malerei undPoesie gemeinsamen collectiven Handlungen handeln sollte, die obigeEintheilung und vielleicht auch die Folgerung daraus, die Ausschließungder einfachen Handlungen aus der Malerei, wieder vorzubringen?Wenn wir dir auch die Richtigkeit deiner Dednction zugeben wollen,muß denn darum Lessing das auch erkannt haben?" Ich erwiedere zu-erst aus das Letzte: Allerdings muß er. Denn, alle Achtung vorIhrem Geist und Ihrer Gelehrsamkeit, meine Herren von Herderbis Hugo Fechner; aber wo es auf Schärfe des Denkens ankommt,da können wir getrost behaupten, daß er mit spielender Leichtigkeit er-kannte, was wir uns mit Mühe klar machen. In diesem Falle aberliegt die Sache noch besonders einfach. Jene Absicht kann Lessingdarum nicht gehabt haben, weil in XDIII die collectiven Handlungenin ganz andern: Zusammenhänge austreten. Von dem Begriffe desdichterischen Ideals, des Ideals der Handlung ausgehend (4,XXXIV), wollte er, und zwar vorzugsweise an Milton, das Wesender poetischen Gemälde darstellen (XXXVXXXVIII); die Ab-schnitte XXXIXXIllI sollten von den successiven Gemälden beiMilton, Homer, Ovid handeln, von dem,was nie gemalt worden,und nie gemalt werden kann." Dagegen/) so sollte in XIXIIausgeführt werden, gebe es,unter den Gemälden der Handlung",also innerhalb des Gebietes der Dichtung,eine Gattung, wo dieHandlung nicht in einem einzigen Körper sich nach und nach äußert,sondern wo sie in verschiedene Körper neben einander vertheilt ist."Diese," sagt er,neune ich collective Handlungen, und es sinddiejenigen, welche der Malerei und Poesie gemein sind." Er führtalso hier die collectiven Handlungen ein nicht von der Malerei aus,sondern von der Poesie, als die einzige Ausnahme von dem Gesetze,welches der Poesie dieDinge nacheinander" zuweist, den einzigenTheil ihres Gebietes, welcherDinge neben einander" enthält undsomit gleicherweise dem Gebiete der Malerei angehört.

Der Satz:Folglich kann die Malerei auch Handlungen nach-

g Blümner (L. Einleitung, (S. 110)) übersieht diesen Zusammenhang,wenn er sagt,erst im XI-III. Abschn. wird zum allgemeinen Thema zurück-gekehrt."