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Der Beweis aus bloßen Schlüssen.
pressionisten und ihrer Verehrer erworben haben würde. Die zweiteSchlußreihe vermeidet nun diesen Fehler, aber nur, um einen andernan seine Stelle zu setzen. Sie erkennt richtig, daß die bildende Kunstallein im Stande ist, Körper hervorzubringen; aber indem sie nun,um zu dem geforderten Schluffe zu gelangen, den Satz einschiebt, daßder malerische Werth der Körper in ihrer Schönheit bestehe, nimmtsie etwas als feststehend an, was erst bewiesen werden müßte. Unddiesen Beweis zu erbringen, hatte Lessing um so mehr Veranlassung,als Mendelssohn zu der in Rede stehenden Stelle des Urentwurfs dieBemerkung gemacht hatte: „Dieser Schritt ist mir zu kühn. Die
Schönheit der Formen macht vielleicht nicht den ganzen malerischenWerth der Körper aus, denn, wie es scheint, gehört die Rührungmit dazu."
Dennoch ist es, glaube ich, möglich, aus den im Laokoon unddem Nachlaß zerstreuten Aeußerungen, mit Zuhülsenahme der älterenAussprüche, — welche soweit, als sie den späteren zur Erläuterungdienen, zu benutzen gewiß gestattet ist, — Lessings Gedankengang derHauptsache nach zu errathen, wobei sich noch nebenher ergeben dürfte,daß Lessing nicht, wie sein leichtfertiger Beurtheiler meint, zwischenallerhand Definitionen hin und her geschwankt hat, sondern daß erden schon im Jahre 1758 gewonnenen, wohl mehr noch aus Aristo-teles als auf Baumgarten beruhenden (vergl. Blümner, Laokoon,S. 28 (496) f.; 35 (504s; 236 s636s) Standpunkt sestgehalten und^ " konsequent durchgebildet hat. Danach würde der Lessingsche Beweis,ein wenig modernisirt, etwa folgendermaßen lauten: ,Der Endzweckaller Kunst ist Vergnügen (Laokoon II, S. 23 (158)), d. h. die Er-regung angenehmer Empfindungen („angenehmer Begriffe"). Dieseerregt die Kunst durch die Anschauung („undeutliche Vorstellung")einer Vollkommenheit. Diese Vollkommenheit aber darf nichtbloß in der Form, in der Nachahmung selbst bestehen, da sonstkein Unterschied zwischen Kunst und handwerksmäßiger Geschicklichkeitsein würde (Laokoon II, S. 21 (155)); sondern das Kunstwerk mußdurch seinen Inhalt, durch die Vollkommenheit des nachgeahmtenGegenstandes wirken („da jede nachahmende Kunst vornehmlichdurch die eigene Trefflichkeit des nachgeahmten Gegenstandes gefallenund rühren soll"). Die Bestimmung einer jeden Kunst kann nun nurdie Darstellung derjenigen Vollkommenheit sein, zu deren Hervor-