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Lessings Laokoon und die Gesetze der bildenden Kunst
Entstehung
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Einleitung.

i.

Die verminderte Kettung der im Laokoon entwickeltenGesetze der bildenden Knust.

Ein Freund, der mit seltenem Scharfsinn ein fast weibliches Fein-gefühl verbindet, schrieb mir in Bezug auf mein Programm über denfruchtbarsten Moment:Wahrscheinlich haben Sie in der HauptsacheRecht und Blümner hat Unrecht obgleich es mir eigentlich inhohem Grade leid thut dies zuzugestehen. Der Grund meines Be-dauerns ist der, daß ich Lessing nicht gern Recht behalten sehe, weildie Spitzfindigkeit und scholastische Klügelei seiner offenbar von wenigAutopsie und noch weniger künstlerischer Phantasie beeinflußtenästhetischen Theorien mir ein gewisses Unbehagen verursacht." Dasist ein Laienurtheil und ein ganz entschieden ungerechtes, und dochtrifft es nach einer Seite hin unläugbar den Nagel auf den Kopf.Die Lessingsche Darstellung ist es, welche den Widerspruch gegendie im Laokoon entwickelten Gesetze der bildenden Kunst immervon Neuem heraussordert. Man sehe nur, wie Lessing, wo er imLaokoon und anderswo über Gegenstände der Poesie, der Litteratur,der Alterthumswissenschaft redet, und besonders in den Theilen desLaokoon, die von den Gesetzen der Dichtkunst handeln, wie er daaus der Fülle des Stoffes herausschreibt, wie ihm die Beispiele ausdem ganzen Umfange des Gebietes Zuströmen und er in deren Mit-theilung nicht sparsam ist. Und sobald er von der bildenden Kunstspricht welch ein Gegensatz! Statt Bilder und Statuen führt er

Fischer, Laokoon. 1