Druckschrift 
2 (1854) Der Giaur. Die Braut von Abydos. Die Belagerung von Korinth. Parisina. Der Gefangene von Chillon. Mazeppa. Die Insel oder Christian und seine Gefährten. Beppo. Fragment des Vampyr
Entstehung
Seite
335
Einzelbild herunterladen
 

hatte; und durch die Aufregung, die ihn bei solchen Gelegenheitenzu ergreifen schien, so wie durch seine Gleichgültigkeit gegen Alles,was ihn unmittelbar umgab, erhielt sie neue Festigkeit. Ich deutetemeinen Wunsch anfangs nur an, dann aber sprach ich ihn unum-wunden aus; seine Antwort, obgleich ich sic zum Theil schon'crwarlcthatte, gewährte mir das volle Vergnügen der Ucbcrraschung erwilligte ein, und wir traten nach den nöthigcn Vorbereitungen unsreReise an. Nachdem wir verschiedene Länder des südlichen Europadurchstreift hatten, richtete sich unsre Aufmerksamkeit unsrer ursprüng-lichen Bestimmung gemäß auf den Osten. Ans meiner Reise durchdiese Gegenden war cs nun, wo sich der Umstand ereignete, ans denmeine Erzählung sich bezieht.

Darwcll, der dem Anscheine nach in frühem Jahren ungewöhn-lich stark gewesen sein mußte, nahm seit einiger Zeit immer mehrund mehr ab, ohne daß doch eine bemerkbare Krankheit eimrat: erhatte weder Husten noch Schwindsucht, und dennoch wurde er täglichschwächer. Seine Lebensart war mäßig und Anstrengungen vermieder weder, noch beklagte er sich darüber; doch er magerte augenschein-lich ab, entbehrte des Schlafes, wurde immer schweigsamer undschweigsamer, und änderte sich zuletzt so gänzlich, daß meine Besorg-nis; mit der Gefahr wuchs, in der er mir zu sein schien.

Wir hatten bei unsrer Ankunft in Smyrna einen Ausflug nachden Ruinen von Ephesus und Sardis verabredet; ich bemühte mich, ihnbei seinem jetzigen Unwohlsein davon abznhaltcn aber vergeblich:ans seinem Herzen schien etwas Drückendes und in seinem Benehmenetwas Feierliches zu liegen, was schlecht zu der Heftigkeit paßte, mitwelcher er bei dem bcharrtc, was ich für eine bloße und für einenKränkelnden noch dazu wenig zuträgliche Lustpartic hielt; indes; ichwidcrsetztc mich ihm nicht länger und nach wenigen Tagen brachenwir zusammen ans, nur von einem Scrrudgi und einem einzigen Janit-scharcn begleitet.

Wir hatten de» halben Weg zu den Ruinen von Ephesus znrück-gclcgt, die fruchtbareren Umgebungen von Smyrna hinter uns ge-lassen und jenen rauhen einsamen Pfad betreten, der durch Sümpfe