17. Juni 1816.
Da ich mich schon früher zu cincr Reift durch weniger besuchteLänder entschlossen hatte, so machte ich mich im Jahre 17— in Be-gleitung eines Freundes, de» ich August Darwcll nennen will, aufden Weg. Darwcll war nur wenige Jahre älter als ich, besaß an-sehnliches Vermögen und stammte aus einer alten Familie — Vor-züge, von deren Verachtung oder Uebcrschätzung ihn seine ausgezeich-nete Klugheit glcichwcit entfernt hielt. Einige besondere Umstände inseinem Privatleben hatten ihn zum Gegenstände meiner Aufmerksam-keit, Thcilnahmc und selbst meiner Achtung gemacht, welche wedersein zurückhaltendes Wesen, noch gelegentliche Anzeichen einer Unruhe,die zuweilen an Geistesabwesenheit gränzte, wieder vernichten konnten.
Ich war noch ein Neuling im Leben, obschon ich es zeitig begon-nen hatte; aber mein vertrauter Umgang mit ihm war späteren Ur-sprungs. Wir hatten unsere Bildung in der nämlichen Schule undauf derselben Universität empfangen; allein seine Fortschritte hattendie mcinigen hier wie dort überflügelt, und er war schon tief emgc-wciht in das, was man Welt nennt, indcß ich noch im Noviziatcstand. Unter solchen Umständen hörte ich viel von seinem früherenund jetzigen Leben sprechen, und obgleich diese Reden mit manchenunvereinbaren Widersprüchen untermischt waren, so konnte ich dochaus dem Ganzen so viel abnchmcn, daß er ein Wesen nicht gemeinerArt und immer merkwürdig genug sein müsse, wie sehr er sich auchbestrebte, nicht bemerkt zu werden. Ich pflegte später seine Bekannt-schaft und bemühte mich, auch seine Freundschaft zu erlangen; aberdiese schien unerreichbar: was für Leidenschaften ihn auch früher be-wegt haben mochten, sic schienen jetzt thcils erloschen, thcils zurückge-