Zweiter Gesang.
1.
Die Winde schwelle» Helles Fluten,Wie in der stnrmbcdrängten Nacht,
Wo Liebe jenem schönen, gutenJüngling, der voll der reinsten Gluten,Im Wogendrang nicht Schutz gebracht,Den Sestos Tochter bang erharrte.
Ach! wenn die Fackel von dem ThurmEinsam in's nächtge Dunkel starrte,
Die Brandung höher stieg im Sturm,Das Sccgevögel warnend schnarrte,
Und Wolkcndrohn und FlutendrangIhm wehrten vor dem Todcsgang,
Wollt' cr's doch achten kaum und hören,Wie sich die Element' empören.
Er sah allein der Liebe Licht,
Den Stern, der durch das Dunkel bricht,Ihm klang im Ohr nur Hero's Sang:„Ihr Wogen trennt uns nicht zu lang!"Die Sag' ist alt, doch stets aufs NeneBewahrt die Liebe jene Treue.
2.
Hoch geht der Wind und Hellc's FlutRollt dunkel schwellend sich in's Meer;