- 332 -
3 .
Wenn Fieberhitze mich umspann
Und krank die heiße» 'Adern glühten,
„Vs ist ein Trost noch," sprach ich dann,
„Daß sie nicht ahnt der Schmerze» Wüthen."Den lebensmüden Sklaoen freutDie Freiheit nicht, die ihm gegeben:
Umsonst, daß Lebenskraft mir beutSich neu, hört Thyrza auf zu leben !
6 .
O Thyrza's Pfand aus bcss'rcr Zeit,
Da frisch noch straltcn Lieb' und Lebe»!
Wie andern 'Anblick nun cs leiht,
Da Knmmerfarbcn cs umwebcn!
Das Herz, das sich mit dir mir gab,
Es schweigt — wär's auch so mit meinem Herzen!
Ob cs auch kalt ist wie das Grab,
Es leidet doch an starren Schmerzen.
7 .
Du traurig Zeichen! Pfand der Pein!
Willkommen doch, trotz Schmerz und Klagen!
Laß ewig meine Liebe sein,
Sonst brich das Herz, das dich getragen;
Es mildert Zeit die Glut oiclleicht,
Die hcil'gcr wird, wenn Hoffnung fliehet!
Ach! Liebe zu Lcbcnd'gcn weichtDer Liebe, die zu Todtcn ziehet!