O lange Zeit! — Es sucht der morsche Vau,
Der Adlergeist des Säugers sie zu trage»,
Die lange Zeit voll Schmach und Schimpf und Plagen,Des Wahnsinns Argwohn, öde Kerkernacht,
Den Scclcnwurm, der unablässig wacht,
Wenn ungeduldig nach des Himmels BlauDas Herz sich sehnt, die Schatten von den GitternIhm den Genuß des Sonncnstrals verbittern,
Und durch das Auge nach dem Hirn sich strecken .
Und brennend heißes Schmerzgefühl erwecken;
Wenn die Gefangenschaft dann ungeschminktDurch die vcrschloss'ne Thürc spottend winkt,
Die nur sich öffnet für des Tages Stral,
Für fade Speisen, die so lang' ich aß,
Bis ich ihr einsam Bittres ganz vergaß.
Ach! wie ein Raubthicr halt' ich hier mein Mahl;
Trüb' und verlassen kaur' ich in dem Loch,
Das jetzt mein Lager, einst mein Grab wol noch.
Dies Alles drückte mich, ja drückt noch immer.
Doch ich ertrag' cs. Ich verzweifle nimmer;
Denn meine Marter sucht' ich zu besiegen,
Ich schuf mir Schwingen, um hinaus zu fliegenWeit, weit aus meines Kerkers engen Wänden;