Druckschrift 
8 (1854) Stunden der Muße. Englische Barden und schottische Kritiker. Der Fluch der Minerva. Der Walzer. Ode auf Napoleon Bonaparte. Hebräische Melodien. Todtenklage auf den edeln R. B. Sheridan. Der Traum. Finsterniß. Tasso's Klage. Ode auf Venedig. Das eherne Zeitalter ... . Vermischte Gedichte
Entstehung
Seite
203
Einzelbild herunterladen
 

2o:r -

Das Haupt dem Täufer flott herabgctanzt.

Klcopatra warf nicht so Hals und Bei»

Eutblöst um sich iu ihres Schiffes Schrei»,

-Als dort der Himmclswalzer uns gezeigt,

Als ihm nach deutschem Takte ward gegeigt.

Zu euch, zehnjähr'gc Gatte», deren Braue»

Voll Schreck der Liebste» Scgc» schaue»,

Zu euch, die neu» Jahr' miudcr dies genösse»,Vcrseh» mit ihrer künft'ge» Kopfzicr Sprossen;

Mit Flitterstaat »och aufgedonnert hold,

Von Brittcnerz und zugcbrachtem Gold,

Zu euch, Matrone», die ihr immer wacht,

Den Söhnen Weh, den Töchtern Ehen macht,

Zu euch, ihr Mädchen, welche mehr und minderDer Mütter stets, oft auch der Gatten Kinder,

Zu euch, ihr Junggesellen, die für's LebenSich Qual und wochenlang nur Lust erstreben,

Die, wie euch Hymen oder Liebe rührt,

Die Bräutchen euch, auch Andern wol entführt,

Der holde Fremdling suchte ja euch Alle,Bewundernd klingt sein Nam' auf jedem Balle.

O Walzer! licblichschmclzend ist dein Ton,

Dir beugt sich Irlands Jig und Rigadou.

Fort Schottlands Real I du Contretanz magst ruh»,Laßt euren Anspruch luft'gcu. Zehen nun.

Der Walzer nur crfodcrt Arm' und Beine,

Und liberal sind sic dann im Vereine,

Frei schweift die Hand vor Aller Angesicht,

Wie nie zuvor, doch bitte:löscht das Licht!"Mich dünkt, der Schein von jenem Licht umfahcDen Raum zu weit, vielleicht steh' ich zu nahe.Seltsam, doch wahr hört man den Walzer munkeln: