Auf den Tod eines jungen Mädchens,
einer Cousine des Dichters, die ihm sehr theuer war.
Der Wind verstummt, der Abend büstert sich,
Und nicht ein Lüftchen säuselt in dem Laube,
Zu Margarcthcn's Grabe wend' ich mich,
Und streue Blumen dem geliebten Staube.
In dieser engen Zelle ruht der Staub,
Der Staub, der eiust von solchem Reiz umgeben,
Der Todcsfürst erkor sic sich zum Raub,
Nicht Werth und Schönheit retteten ihr Leben.
O hätte doch der Todcsfürst ein Herz,
O wenn der Himmel sie noch aufbcwahrte,
Dann überließ ich hier mich nicht dem Schmerz,
Wo gern die Muse selbst ihr Loblied sparte!
Doch wozu weinen? Schwang sich doch ihr GeistEmpor zu blcnbcndlichtcn Regionen,
Wo weinend sic der Engclchor umkreist,
Und cw'gc Freuden ihre Tugend lohnen.
Und klagten Sterbliche den Himmel an,
Und wollten toll die Vorsehung beschuldigen? —
Ach! ferne sei von mir so eitler Wahn;
Dcmüthig will ich meinem Gotte huld'gcn.