lichc» Cirkels nicht das Kriterium ist, nach dem sich ein dichterischesGenie abschätzen läßt; indeß, „uni Viel zn leisten," muß man „Vielwagcn;" und so habc ich denn durch Bekanntmachung dieses Buchesmeinen Rnf auf's Spiel gesetzt; „ich habe den Rubikon überschritten,"und muß nun stehen oder fallen je nach dem „Wurfe des Schicksals."Im letzter» Falle werde ich mich ohne Murren unterwerfen; dennobschon ich nicht ohne Sorge um das Geschick dieser Erzeugnisse bin,so hege ich doch keinesweges sangninische Hoffnungen. Wahrschein-lich habe ich Viel gewagt und Wenig geleistet; denn um mit Cowperzu rede», „es ist nicht einerlei, Etwas zu schreiben, was unser»Freunden gefällt, die als solche sich immer ein wenig zu nnsernGunsten Hinneige», und Etwas zu schreiben, was Jedermann gefällt,weil diejenigen, welche mit dem Verfasser nicht in Verbindung stehen,oder ihn nicht einmal kennen, sicherlich, wenn es ihnen nur irgendmöglich, Fehler anffinden werden." Indessen mag ich die Wahrheitdieser Behauptung nicht ganz unterschreiben; ich bin im Gegentheilüberzeugt davon, daß man diese Kleinigkeiten nicht mit Ungerechtigkeitbehandeln wird. Ihr Verdienst, wenn sie eines haben, wird groß-müthig anerkannt werden; auf der andern Seite aber können meinezahlreichen Fehler jene Nachsicht nicht erwarte», welche andern Män-nern von reiferem Alter, entschiedenem Charakter und weit größererGeschicklichkeit versagt worden ist.
Ich habe keine ausschließliche Originalität erstrebt, noch wenigerhabe ich ein besonderes Muster zur Nachahmung studirt. Von dengebotnen Uebersetzungen sind viele ziemlich frei; in den Original-Stücken zeigt sich vielleicht eine zufällige Uebereinstimmung mitSchriftstellern, deren Werke ich zu lese» pflegte; allein die Schuldeines beabsichtigten Plagiats trifft mich nicht. In einer an Poesienso reichen Zeit würde es eine herkulische Arbeit sein, etwas ganz Neueshervorzubrjngen, da ja Alles bereits behandelt und erschöpft wordenist. Die Dichtkunst ist nicht mein vornehmster Beruf; nur der Wunsch,die trüben Augenblicke des Mißbehagens oder die Eintönigkeit müßigerStunden zu verscheuchen, trieb mich „zn dieser Sünde:" von einerso Wenig versprechenden Muße läßt sich nichts Großes erwarten.