Druckschrift 
5 (1854) Manfred. Cain. Himmel und Erde. Der ungeformte Mißgeformte.
Entstehung
Seite
185
Einzelbild herunterladen
 

185

An die mein Glück allein gebunden war;

Daß sic, von Cain's Stamm die Letzte, Schönste,Die Arche thcilte, die empfängt den RestVom Samen Seth's.

Aholibamah.

Und glaubst denn du, daß wirMit Cain's, Adam's Erstgebornem, BlutWarm in den Adern — jenes starken Cain,

Der noch im Paradiese ward erzeugt! —

Uns mit den Kindern Seth's vermischen würden,

Des alten, schwachen Adam's letztem Sproß?

Nicht, galt' cs, aus Gefahr die Welt zu retten!

Non allem Anfang an war unser StammVon deinem stets getrennt; so soll cs bleiben!

Japhct.

Ich sprach mit dir ja nicht, Aholibamah!

Zu viel schon kam vom Vorfahr, den du rühmst,

In dieses stolze Blut, das stammt von ihm,

Der selbst vergoß das erste, — das des Bruders!Doch Anah! — o! laß dich die Meine nennen,

Wenn du es auch nicht bist; von diesen: WortKann ich nicht scheiden, muß ichs gleich von dir! —O Anah, du, die mich noch träumen läßt,

Als Hab' ein Kind auch -Abel hiuterlassen,

Deß reiner, frommer Stamm in dir noch lebe,

So wenig gleichst du Cain's trotz'gen Kindern,

Nur Schönheit thcilcst du mit ihnen Allen-

Aholibamah.

(Ihn unterbrechend.)

Du meinst, daß gleich sic unsres Vaters FeindAu Herz und Geist? Wenn i ch den Glauben theilteUnd träumt', Etwas von Abel sei in ihr! —

Geh, Sohn des Noah, geh! du stiftest Zwist.