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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung
Entstehung
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entwickelt und oft zu ganz gewaltigen Vulkanen aul-gebaut, die zu den grössten der Erde gehören.

Kamerun und Deutsch-Ostalrika, hierin also ver-schieden von Südafrika, zeigen auch sonst trotz ihrergrossen räumlichen Entfernung manche Aehnlichkeit.In beiden fand man ausser den schon erwähnten Ur-gesteinen und Sandsteindecken im Küstengebiet jüngeremarine Schichten und infolge des in beiden herrschen-den Klimas ist die Art der Verwitterung und daherauch die der Produkte derselben (Laterit) im ganzendie gleiche.

Deutsch-Südwestafrika dagegen schliesst sich wiein seinem Klima so in seinen geologischen Verhält-nissen eng an seine Nachbargebiete an.

Grosse Teile dieser Kolonie, so besonders imNorden, in den Küstengebirgen und an der Ostgrenzesind allerdings noch fast unbekannt, doch sind allemAnschein nach die geologischen Verhältnisse hier aufweite Strecken hin so einförmig, dass man wohl vonden besser erforschten Gebieten Schlüsse auf die nochunbekannten ziehen darf.

Allen Berichten nach sind alte krystallinischeGesteine im ganzen Lande als Grundlage verbreitet,in weiten Strichen herrschen sie ausschliesslich, inanderen treten sie nur an einzelnen Punkten unter denüberlagernden Gesteinen hervor. Es sind hauptsächlichGneisse und Granite, an die sich einerseits alte Eruptiv-gesteine: Porphyre, Grünsteine, Gabbros etc, anderer-seits schieferige krystallinische Gesteine: Grünschiefer,Glimmerschiefer, Phyllite etc. anschliessen, und mitwelchen in manchen Landstrichen häufig auch krystal-linische Kalke auftreten im Gegensatz zu anderen Ge-bieten Aethiopiens, wo solche verhältnismässig selten ge-funden werden. An einigen Punkten kommen mit diesenGesteinen in derselben Lagerung, nämlich gestört undaufgerichtet, auch Quarzite, Sandstein und Kalk vor,in welch letzterem bei Franzfontein Fossilspuren gefundenwurden. Eine Trennung dieser jüngeren Schichtenvon den oben angeführten ist noch nicht durchzuführen,und über ihr Alter wissen wir nur, dass sie prädevo-nisch sind. Die ganzen Küstengebirge von Namaland,fast ganz Hereroland und der Süden des Kaokolandesscheinen fast nur aus diesen Gesteinen zu bestehen.So sind am unteren Oranje grüne Schiefer, krystallinischerKalk, Gneiss und Granit, zwischen Angra Pequena undAus vor allem Gneisse gefunden worden, während imwestlichen Hereroland Gneisse mit Granitmassiven, imöstlichen anscheinend jüngere, mehr dünnschieferigekrystallinische Gesteine herrschen und im nordwest-lichen Hereroland und südlichen Kaokoland Graniteund krystallinische Kalke besonders hervortreten.

Dass diese Gesteine auch im übrigen Gebiete nichtfehlen, zeigt uns das Auftreten von Gneissen an dem Oranjeentlang bis zur Ost-Grenze, sowie das Zutagetreten vonGranit und Gneiss unter den Tafelbergschichten des

! Huib Plateaus und der !! Karasberge, sowie das Vor-kommen von Diorit und Gabbro bei Keetmannshoop.

Auch östlich von Hereroland von Stampriet bisRietfontein sind Granite, Porphyr und andere alteGesteine nachgewiesen und ebenso treten sie in denOtavi Bergen, sowie am Okavango ganz im Nordenunseres Gebietes aut.

Die ihrem Alter nach auf diese Gesteine folgendenSchichten lassen sich von denselben dadurch leichttrennen, dass sie fast überall horizontal liegen. Es sindhauptsächlich Sandsteine, die in manchen Gebieten vonSchiefern und blauem dolomitischen Kalk begleitetwerden, vereinzelt werden auch Decken porphyrischerEruptivgesteine erwähnt. Fossilien sind leider in diesenSchichten nicht gefunden worden, doch kann man sieziemlich sicher zur Kapformation (marines Devon)stellen, die in Südafrika weit verbreitet ist und zumTeil aus denselben Gesteinen in derselben Folge be-steht und häufig auch horizontale Lage besitzt.

Diese Tafelbergschichten sind besonders in Nama-land entwickelt, wo das ! Huib-Plateau und das !! Karas-Gebirge aus Sandstein, zum Teil noch überdeckt vondolmitischem Kalk, das ! Hanami-Plateau aber aus Thon-schiefer, Sandstein und ebenfalls Resten der dolo-mitischen Decke bestehen. Auch die Berge westlichvon Grootfontein bis in die Nähe der bekannten Nau-kluft scheinen Sandsteintafelberge zu sein und nochöstlich und nördlich des grossen Phschflusses sind diesevorhanden, verlieren sich hier aber allmählich.

Im inneren Hererolande sind sie nicht gefunden,doch ist die Spitzkopje bei Rehoboth mit einer Porphyr-decke gekrönt, der Gansberg bei Hoornkrans sollauch ein Tafelberg sein und im Norden ist am Bockbergim Erongogebirge, sowie am Brandberg eine horizontaleDecke von Eruptivgestein gefunden worden. Im Ge-biete von Waterberg sind wieder ausgedehnte Sandstein-tafelberge vorhanden (der Etyo, Konyati, Ombororoko,Waterberg), auch bei Outjo scheinen sie aufzutretenund sehr verbreitet sollen Tafelberge im Kaokolandnördlich und westlich des Brandberges sein, wo siefast bis zum Meer reichen.

Wenn alle diese Tafelbergschichten wirklich zurKapformation gehören, wie man für die meisten an-nehmen muss, so würden in Deutsch-Stidwestafrika Ab-lagerungen, die der Karooformation entsprächen, fehlen,wie sie ja auch im angrenzenden Teile des Kaplandesnicht vorhanden sind.

Die nächstjüngeren Sedimente wären dann vorallem Kalke, die bald unrein, sandig und porös, baldrein, kompakt und wohlgeschichtet, weit verbreitet imInnern Südafrikas auftreten. Sie sind grösstenteils ganzjunge Gebilde, ja zum Teil scheint ihre Ablagerungnoch jetzt vor sich zu gehen; am häufigsten sind siean Quellen in Flussthälern und flachen Senkungen auf-geschlossen und am verbreitetsten im Osten unseres

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