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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung
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Fig. 45. Löffelhund, Otocyon megalotis.

kommen. Wahrscheinlich wird man den Erdwolf ander Küste, die gefleckte Hyäne im Ngami-Okawango-Gebiet finden und neben ihnen in beiden Gebieten dieZibethhyäne. Der Hyänenhund und der Löffel-hund oder Ohrenschakal ( Otocyon ) (Fig. 45) sind nichtselten. Aus den Fellen des Schabrackenschakals(Canis mesomelas) verfertigen die Hottentotten schöneManteldecken (Karossen). Ein Streifenschakal wird imOkawango-Gebiet aufgefunden werden. An der Küste istauch ein echter Fuchs, der sogenannte Silberschakal(Vulj)es caama ) zu Hause. Die Wildkatzenarten, derLöwe, Leopard, Karakal (Fig. 46), Serval, Gepard unddie Wildkatze, unterscheiden sich nur wenig von ihrenVerwandten in Ostafrika. Ausser den meisten Ginster-katzen und marderartigen Tieren, welche auch inDeutsch-Ostafrika gefunden werden, leben im Gebietnoch zwei bisher nur für Südafrika nachgewieseneGattungen, das Scharrtier ( Suricata) und das Fuchs-ichneumon ( Gynictis ).

Elefanten, Nashörner, Flusspferde giebt es nurnoch an einzelnen günstigen Stellen. Das Zebra desKüstengebietes ist das Damara-Zebra ( Equus anti-quorum ) mit ungestreiften Füssen; im Okawango-Gebietlebt ein bis zu den Hufen gestreiftes Zebra ( Equuschapmanni)\ im Nama-Lande könnte vielleicht das weniggestreifte Quagga noch aufgefunden werden. Dasselbegilt als ausgestorben, bewohnte früher das Orange-Flussgebiet und ist möglicherweise im Südosten desLandes noch irgendwo anzutreffen. Auf felsigemTerrain ist der Klippschliefer ( Procavia) zu Hause,der hier einen schwarzen Rückenfleck hat. Von Wild-schweinen giebt es dieselben Arten wie in Deutsch-Ostafrika, jedoch scheinen sie im grössten Teile desLandes schon sehr selten zu sein, wie denn auch die

Fig. 46. Karakal, Felis nubica.

Giraffe, die Büffel und die Antilopen gewaltig an Zahlabgenommen haben. Mehrere Arten von Südwestafrikaleben auch im Osten, wie die Kudu- und Elen-antilope, der Ducker, der Klippspringer und derRiedbock. Von anderen weiss man, dass sie im Siid-westen etwas anders aussehen als im Osten; dies giltvon der Kuhantilope ( Bubalis caama), die hier eineschwarze Stirn und schwarze Beinzeichnung hat, vondem Gnu, dem Wasserbock, der Windspielanti-lope, der Steinantilope, dem Zierböckchen,Bleichböckchen, der Schwarzfersenantilope, derPferdeantilope u. a. Felle aus Deutsch-Südwest-afrika hat noch kein Zoologe untersucht; also lässtsich noch nicht sagen, zu welchen Abarten die Da-mara-, Nama- und Ngami-Formen gehören. Sicherleben in Nama-Land zwei südafrikanische Arten, derGemsbock (Oryx oryx), ein gewaltiges Tier mitgeraden langen Hörnern, ein naher Verwandter desostafrikanischen Spiessbockes, und der Springbock(Gazella euchore), eine Gazelle von Rehgrösse mit einerweissen Binde auf dem Hinterrücken.

Erwähnen müssen wir noch, dass auch in Süd-westafrika ein Schuppentier und ein Erdferkelvorhanden sind.

Die Vögel von Deutsch-Südwestafrika.

Auch die Vogelwelt des Gebietes ist derjenigenvon Ostafrika im allgemeinen sehr ähnlich. Es giebtdort eine grosse Menge von Vögeln, die auch inDeutsch-Ostafrika bereits nachgewiesen sind; einekleinere Anzahl von Arten, welche Südafrika eigen-tümlich sind, leben auch im Nama-Lande und imKaokofelde, und fehlen im Osten. Wieder andere sindvom Zambese und Nyassa aus bis zum Okawango ver-breitet und fehlen an der Westküste. Dr. E. Fleckverdanken wir einen grossen Teil unserer Kenntnis dersüdwestafrikanischen Vögel, und seine Schilderungendes Vogellebens dieser Gegenden (Journal für Orni-thologie 1894) sind so vorzüglich, dass ich nichtsbesseres thun kann, als auf dieselben zu verweisen.In Südwestafrika macht sich ein Umstand im Vogel-leben sehr geltend, der in Ostafrika scheinbar eine ge-ringere Rolle spielt: der Vogelzug. Es ist deshalb sehr'wichtig, bei der Anlegung von Vogelbalgsammlungengenau das Datum zu notieren, damit man zwischenSommer- und Wintervögeln unterscheiden kann. Auchfür die Vögel wird sich wahrscheinlich das Küstenlandund der Süden faunistisch anders verhalten wie derNordosten. Wir wissen schon, dass am Nosob einPapagei lebt ( Pococephalus rüppelli), der im Okawango-Gebiet durch den auch in Ostafrika heimischen Poeo-cephalus meyeri), den Goldbugpapagei, ersetzt wird,wir kennen einen Nashornvogel (Loplioceros epirkmus),der von der Ostkiiste bis zum Okawango verbreitet ist

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