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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung
Entstehung
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seits je zwei kurze, schräg nach vorne und unten ver-laufende Schnittnarben. Iris dunkelbraun, Sklera leichtgelblich. Augen mandelförmig, gross, ein wenig schräg.Haar braunschwarz, kraus, zu zopfartigen, enge, derKopfhaut anliegenden längsverlaufenden Streifen ge-flochten. Wimperhaare leicht geschwungen, von ganzbesonderer Länge, besonders an den oberen Lidern.Brauenhaare sehr kraus.

Kopf im ganzen klein, eher lang, schmal, hoch.Hinterhaupt wenig vortretend. Gesicht schmal-oval,fast ganz orthognath. Stirn massig hoch, gerade, schmal,leicht kielförmig, gewölbt. Wangenbeine angelegt.Nasenwurzel massig breit, eher hoch; Rücken fast ge-rade; Septum klein; Flügel dünn; Löcher leicht quer-oval. Im linken Nasenflügel ein kipini aus Ebenholz.Lippen dünn, etwas voll. Zähne gerade, gut gepflegt,im Unterkiefer fehlt jederseits der zweite Molar; Gebisssonst intakt; die dritten Molaren schon stark facettiert.Ohren ursprünglich klein, aber im Rande jeder Muschelvier grosse kipini aus Palmmark. Läppchen sehr kurz,frei, durchbohrt, ohne Schmuck. Hände und Fingerklein, kurz. Nägel kurz, gewölbt, hell, Lunulae.

Die zarten Züge, die schmale Nase und die geringeJochbreite lassen das Gesicht gar nicht negerhaft er-scheinen; auch die für Neger ganz unerhört langenWimperhaare machen einen höchst merkwürdigen, manch-mal recht träumerischen Eindruck, der durch ein gutTeil bewusste und unbewusste Koketterie noch erhöhtwird. Dass wir hier eine reine Negerin vor uns haben,scheint mir ganz ausgeschlossen. Schon die Maasse desGesichtes stimmen durchaus nicht mit irgend welchensicheren Bantu-Typen; ich denke an irgend welcheorientalische (arabische oder indische) Beimischung.

No. 31. Kanüni binti Ssaidi, Sswahili-mädchen aus Lindi, Tochter von Nr. 20 und 21, etwa6 Jahre; im Wachstum zurückgeblieben, Spitzenkatarrh,schlecht genährt. Haut hell rötlich-braun; Iris dunkel,Sklera rein weiss; Augen mandelförmig,gerade. Haar zurZeit der Beobachtung kürzlich rasiert gewesen, ganz kurz,aber schon mit Anlage zur büschelförmigen Anordnung.Cilien sehr lang, gerade.

Kopf mässig lang, breit, sehr hoch. Hinterhauptwenig ausladend. Gesicht sehr kurz, breit, orthognath.Stirn hoch, gerade, breit, sehr stark kielförmig. Wangen-beine angelegt. Nasenwurzel breit, nicht sehr flach;Rücken konkav; Septum kurz; Flügel dick; Löcher quer,klein. Lippen dick, voll. Ohren gross, Läppchen an-gewachsen.

No. 32. Tschingongwe, d\ Mkonde aus derGegend südlich von Lindi, um 25 Jahre; (vergl. Photo-graphie auf Taf. XII a.) anscheinend ganz ausgewachsen,gut genährt. Körper sehr dunkel rötlich-braun, Gesichtetwas heller. In der Mitte der Stirne, von der Glabellabeginnend, eine aus lauter kleinen, quergesetzten Narbenbestehende Relief - Tätowierung (vergl. Abb.), deren

Bedeutung (Eidechse??) nicht zu er-fragen war. Iris sehr dunkel, Skleraweiss. Augen leicht mandelförmig,etwas schräg. Haar zur Zeit derUntersuchung vollkommen glatt ra-siert, vorher dichter Polster vondicken, harten krausen Haaren.Keine Spur von Bart. Cilien lang,wenig geschwungen.

Kopf im ganzen sehr gross,lang, breit, hoch; Hinterhaupt wenigvorgewölbt. Gesicht breit, wenigprognath. Stirn hoch, gerade, mässigbreit, kielförmig, gewölbt. Wangenbeine fast angelegt.Nasenwurzel breit, ganz flach; Rücken stark konkav;Septum kurz; Flügel dick; Löcher sehr breit. Lippenvoll. Zähne werden (aus Angst?) nicht gezeigt. Ohrensehr breit; Läppchen sehr klein und kurz, frei.

Sehr misstrauisch und beschränkt.

No. 33. Ssaidi bin Abdallah, Sswahili ausLindi, »Diener«, um 16 Jahre; (vergl. Photographie aufTaf. X b.) nicht ganz ausgewachsen; Ernährung nichtsehr gut, auffallend schlapp. Körper rötlich-braun, Ge-sicht etwas heller, Handteller fast weiss mit leichtemStich ins Bräunliche. Fast über die ganze Stirne un-regelmässigzerstreut zahlreiche kleine Schnittnarben (vonScarification), ausserdem beiderseits in der Schläfen-gegend, symmetrisch, je eine etwa 1 cm im Durchmesserhaltende rundliche korödschio (Narbentätowierung,die mit einem glimmenden Holze ausgeführt wird, vergl.No. 30 auf S. 229). Iris sehr dunkel, Sklera weiss, Bindehautfarblos. Augen mandelförmig, gerade, etwas tiefliegend.Haar rasiert, lässt aber sehr deutlich einerseits eine rechtgleichmässige Verteilung, andererseits die Neigung zusekundärer »büschelförmiger« Anordnung erkennen.Keine Spur von Bart; Wimperhaare lang, geschwungen.

Kopf mässig gross, lang, nur an der Basis breit,nach oben zu rasch schmäler werdend, hoch. Hinterhauptstark ausladend. Gesicht breit, fast dreieckig, prognath.Stirn mässig hoch, gerade, breit, kielförmig, flach.Wangenbeine etwas vortretend. Nasenwurzel mässigbreit, flach; Rücken leicht konkav; Septum sehr kurzund breit; Flügel dick; Löcher quer-oval. Oberlippedick; Unterlippe wulstig, wie »prolabiert«. Die drittenMolaren fehlen, die zweiten schon sehr stark facettiert;Gebiss sonst intakt. Ohren sehr klein; Läppchen klein,angewachsen. Waden sehr dünn und schlaff. Die zweitenZehen mit den ersten gleichgross. Hände eher klein.Finger schmal, leicht verjüngt; Nägel gewölbt, hell,schmal, schmale Lunula.

Beschränkt, schläfrig, hat garnichts von dem Mun-teren und Aufgeweckten anderer schwarzer Jungen seinesAlters.

No. 34. Djuma bin Hassan, <?, Sswahili ausLindi, um 22 Jahre, Schiffer; gut genährt, gross, schlank,

Tschingongwe,

K o n d e - M a n n;

schematische Skizze zurErläuterung: derTätowierung.

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