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Völkerstämme, welche sich als die eigentlichen Herrendes Landes fühlten und selbst den Arabern gefährlichwurden, auf die Stellung herabzudrücken, welche ihnenunter den veränderten Verhältnissen zukommt.
Das zuletzt gekommene Bevölkerungselement bildendie etwa 1000 Europäer, unter denen die Deutschen inder Mehrzahl sind, während Griechen, Italiener undPortugiesen eine bescheidenere Rolle spielen; Levantiner,Türken und Goanesen helfen noch das Völkergemischder Küste vermehren.
Die Erforschung des Innern von Ostafrika durchEuropäer ist verhältnismässig jüngsten Datums, aber sieging insofern unter günstigen Auspizien vor sich, als dieAraber bereits die geeigneten Verkehrslinien, die Kara-wanenstrassen, ausgekundschaftet hatten, an welche dieeuropäische Forschung anknüpfen konnte. Als diedeutsche Herrschaft die Küste besetzte, war in den be-deutenden Städten, von denen nur Kilwa als Ver-schiffungshafen für Sklaven, Bagamoyo als Endpunktder Karawanenstrasse und Pangani wegen seines Zucker-handcls einige Bedeutung hatten, kein Europäer vor-handen. Einige Missionen, englische in Magila, Urambound Nevala, französische in Bagamoyo und Karemawaren die einzigen Oasen in der Wüste der afrikanischenBarbarei. Der Handel gravitierte nach Zanzibar, welchesvon Bagamoyo auf den arabischen Fahrzeugen in kurzerZeit zu erreichen war. Es galt zuerst, in den Hafen-plätzen die deutsche Herrschaft zu befestigen, den
1 Iandel zu entwickeln und weitergreifend die 1 lilfsquellendes grossen Landes zu erschliessen. Zur Hauptstadtwurde Dar-es-Salaam gewählt, welches einen vor-züglichen Hafen besitzt und früher bereits von einemZanzibarsultan als Residenz in Aussicht genommen war.In den Städten Tanga, Pangani, Bagamoyo, Kilwa,Lindi und Mikindani entstanden festungsartige Gebäude,eine Schutztruppe sorgte für Ruhe und Ordnung, unddie Verwaltung wurde eingerichtet. Eine deutscheDampferlinie begann den Verkehr mit Europa zu ver-mitteln und für Verbindung der einzelnen Küstenplätzezu sorgen, welche wieder unter einander in tele-graphischem Verkehr stehen und bei Bagamoyo durchein unterseeisches Kabel Anschluss an das grosse Welt-netz der Engländer haben. Aber bald stellte sich her-aus, dass für die grossen Kulturaufgaben, welche unsin Afrika obliegen, eine Besetzung gewisser Punkte desInnern unumgänglich notwendig war, und wir sehen diedeutsche Macht sich vorerst längs der grossen Kara-wanenstrasse nach dem Tanganyika hinziehen. Anstrategisch wichtigen Punkten, wo es galt, die Ein-geborenen gegen die Angriffe der kriegerischen Völkerzu schützen, werden Stationen errichtet und die Grenzendes Schutzgebietes besetzt; am Victoria-, Tanganyika undNyassasee entstehen Militärstationen, welche zugleichStützpunkte für den Handel sind, und auf dem letzterenschwimmt ein deutscher Dampfer zur Unterstützungunserer dortigen Stellung, während auf dem Tanganyikagleichfalls bald die deutsche Flagge vom Top einesDampfers wehen wird. Zugleich aber wandte sich dieAufmerksamkeit dem nördlichen und südlichen Gebietezu. Es wurde der Kilima-Ndjaro besetzt und im Südennach mancherlei Kämpfen das Wahehegebiet, um einenleichteren Zugang zum Nyassa zu haben.
An der Spitze der Verwaltung steht ein Gouverneur,welcher auch Kommandeur der zum grössten Teil ausSudanesen bestehenden Schutztruppe ist und der Be-deutung der Kolonie entsprechend eine sehr ver-antwortungsreiche Stellung hat. Die Verwaltung istimmer noch in einem gewissen p'lusse begriffen, aberdiese Erscheinung findet man in allen aufstrebendenKolonien. Ihre jetzt mehr auf die wirtschaftliche Ent-wicklung des Schutzgebietes gerichtete Tendenz wirdbei ungestörter Fortdauer ein Segen für das Landwerden. Je mehr sich die Verwaltung davon fern hält,unsere hier so entwickelten Rechtsnormen unvermitteltauf die so unendlich einfachen Verhältnisse von Afrikazu übertragen, desto besser für das Land und für uns.Die jetzt beginnende Rückbildung zur Einfachheit undKlarheit in allen Verhältnissen ist das unausbleiblicheErgebnis einer Ueberspannung des bureaukratischen,die Lage der Kolonie vollkommen verkennendenPrinzips.
Die wirtschaftliche Entwicklung des Schutzgebieteshatte sich vornehmlich nach zwei Richtungen hin zu
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