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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung
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Petrus Vod.

unter denen besonders die Deutsche Kolonialgesell-schaft für Südwestafrika und die zuerst im Jahre 1892in Gestalt eines Syndikats gebildete Siedlungsgesell-schaft zu erwähnen sind, so scheint die Kolonie nachder neuerdings erfolgten Beendigung der inneren Un-ruhen vor einer Zeit der ausgedehntesten Gesellschafts-thätigkeit zu stehen. Es ist nur zu hoffen, dass sichalle Konsortien, ganz besonders aber die mit grossemenglischen Kapitalien arbeitenden, ihrer Pflicht gegendas Schutzgebiet und namentlich gegen die deutscheRegierung klar bewusst bleiben mögen.

Die erwähnten Unruhen waren das stärkste Hin-dernis für eine günstige Gestaltung der wirtschaftlichenVerhältnisse von Deutsch-Südwestafrika. So lange wirüber die Verhältnisse dieser Landschaften überhauptNachrichten besitzen, so lange ist auch von Kämpfender schwarzen und der gelben Rasse, der Ovahereromit den Hottentotten, die Rede. Doch die letztenWirren begannen nach einer längeren Pause infolgeeiner ganz geringfügigen Ursache; auch waren es nichtalle Nama und eigentlich auch nicht alle Herero,welche in Fehde miteinander gerieten, sondern eshandelte sich um einen Streit zwischen den ursprüng-lich in Gibeon und später auch in Hoornkrans westlichvon Rehoboth angesessenen Witbooihottentotten mitden Herero des südlichen Damaralandes, namentlich

Erhaltung eines gut eingefahrenen Gespanns viel Gelderfordern, so erklären sich die hohen Sätze für dienach dem Innern bestimmten Frachten von selbst.Sollte eine Bahn einen Teil der Güterbeförderung ein-mal übernommen haben, dann werden auch die Kupfer-erzlager des Landes eine erhöhte Bedeutung gewinnen,die heute wohl sämtlich wegen der hohen Unkosten derBeförderung als nicht abbauwürdig angesehen werdenmüssen.

Die historische Entwicklung des Schutzgebietsist so eng mit der Thätigkeit namentlich der RheinischenMissionsgesellschaft verknüpft, dass diese mindestenseine ehrende Erwähnung auch an dieser Stelle verdient.Ohne die in Südwestafrika oft direkt kulturförderndeThätigkeit der christlichen Sendboten wäre es denihnen folgenden Händlern kaum möglich gewesen, mitihrer Arbeit an so zahlreichen Stellen einzusetzen. Be-schränkte sich die Thätigkeit dieser Händler ursprüng-lich auf Reisen im sogenannten Handelsfelde, so ent-standen nach der Besitzergreifung des Landes durchDeutschland im Jahre 1884 nach und nach in einigender grösseren Ortschaften des Herero- und RehobotherLandes Stores, d. h. grosse kaufmännische, mit Laden-betrieb verbundene Niederlagen. Hatten sich schonfrüher einzelne Gesellschaften gebildet, die eine koloni-satorische Thätigkeit im Lande auszuüben suchten und

Ferdinand Semuntya.

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