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12U.
Ach! unsrer Jugend Neigung wird so öde,
Bewässert höchstens Wüsten nur, wo RunkenUnlautrer Lust, für die das Auge blöde,
Die Herzen uns umschlingen, bis sie kranken,
In Todcskrampf die Blumen uns nmschwanken :
Wo aus den Bäumen Gift statt Harzes dringt,
Solch Unkraut wuchert aut, wo nicht in SchrankenDie Leidenschaft, die durch die Welt sich schwingt,
Umsonst nach Himmelsfrucht, die uns verboten, ringt.
121 .
O Liebe, nein ans Erden wohnst du nicht —
Du Seraph, den wir glauben, doch nie sahn,
Und dessen Märtyrer daS Herz, das bricht;
Kein Auge sieht dich, möcht' es dir auch »ahn,
Mit deinen wahren Formen angethan.
Wie einen Himmel sich der Geist entfaltet,
So hat er sich in sehnsuchtsvollem WahnAuch dich gedacht, geschaffen und gestaltet,
Wie's ein Gcmüth vermag, das — wund — matt — und gespaltet.
122 .
Es krankt der Geist an eigner Schönheit Glnhn,Und schafft sodann in irren Fiebcrbildcrn:
Wo sind die Formen, die im Bildner blühn?
In ihm allein. So kann Natur nicht schildern!
Wo sind die Reiz' und Kräfte, von der wildernKindheit ersehnt, wonach der Mann noch ringt?Verzweifelnd — kann uns nichts das Eden mildern,Das uns kein Griffel malt, kein Dichter singt,
Weil es dem Blatt, wo's neu erblühte, sich cntschwingt.