Druckschrift 
1 (1854) Biographische Notiz. Ritter Harold's Pilgerfahrt. Der Corsar. Lara
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

71

«>.

Sikh! wie hier Wall und Bogen im Verfalle,Verheerung blickt ans des Portales Ritz!

Und dies war einst der Ehrsucht lnst'ge Halle,

Dom des Gedankens und des Geistes Sitz?

Du sichst, wo Weisheit einst gehaust und Witz,

Jetzt dieser Höhlen matten, bleichen Schimmer,

Da längst verglomm der Leidenschaften Blitz.

Was von Gelehrten auch geschrieben immer,Bevölkert wird davon die Oedc nn» und nimmer.

7 .

Wol sprachst du wahr, 'Athen's erfahrner Sohn:Daß nichts wir wissen, wissen wir allein!"

Kann Unvermeidliches mit Schrecken dröhn?

Den Sieg räumt Jeglicher dem Schicksal ein,

Den Schwachen nur quält selbstgcschaffne Pein.Erfasse, was der Zufall beut, mit Hast;

Der Acheron kann Frieden erst verleih»,

Dort zwingt man nicht zum Mahl den satten Gast,Still breitet sich der Ort für stets ersehnte Rast.

8.

Und wäre doch, wie hcil'ge Männer meinen,

Am düster» Strande noch ein Scelenland,

Trotz allen Saducäcrn, die's verneinen,

Zum Hohn der Grübler, die der Zweifel band:

Wie war' cs süß, zu beten Hand in HandMit denen, die ans Erden uns erhellten,

Die Stimme hörend, die uns lang entschwand!Wenn all' die Schatten, die für Weise gelten,

Und für das Recht erglüh», sich nnscrn Blicken stellten!