welche ihn schon bei seinem Eintritte in die Welt mit einem Uebel-standc belastet hatte, in Zweifel zu ziehen.
Byron sagt selber, er sei acht Jahre alt gewesen, als er sich inein kleines Mädchen, Mary Duff, durch und durch verliebte. DieMutter neckte ihn immer damit, und in seinem 16. Jahre, wo dieGeliebte sich verheirathetc, fiel Byron bei der Nachricht fast in Eon-vulsioncn. Die Mutter vermied es seitdem, davon zu rede».
Am 19. Mai 1798 ward Byron durch den Tod des Lord Wil-liam, seines Oheims, zum Lord erhoben. Sein Name warvon jetzt an: George Gordon Lord Byron. In der Folgenannte er sich in der Regel No dl Byron, in Bezug auf seine Verbin-dung mit der Familie Noöl durch die Vermählung mit IsabelleMilbankc.
Die Erhebnng zum Lord entzog den Knaben der unmittelbarenLeitung und Erziehung seiner Mutter, und brachte ihn unter dieVormundschaft seines Großohcims, des Grafen von Carlislc.Dieser sowohl als seine Gattin beschäftigten sich mit Poesie, und csist wahrscheinlich, daß Byron's poetischer Geist einige Anregung durchdiese neuen Vormundschastsverhältnisse erhielt.
Nachdem der Knabe die Würde und Güter des alten Großonkelsgeerbt hatte, verlegte die Mutter, unter dem Bcirathe der Vormünder,ihren Wohnsitz nach England. Der junge Lord kam nach Harrowin Middlescr — anderthalb englische Meilen von London — undMistreß Byron-Gordon bezog ein kleines Haus in London, um denGegenstand ihrer zärtlichen Liebe so nahe als möglich zu haben.
Byron's Großoheim ließ seinen Mündel ein halbes Jahr nachdessen Erhebung zum Lord die Gclchrtcnschule zu Harrow unter Auf-sicht des vr. D r ury besuchen, den der Zögling selbst als einen würdi-gen Freund nnd Lehrer schildert. Der junge Lord blieb sechs Jahreauf dieser Schule, und während dieser Zeit entwickelte sich der origi-nelle Fcucrgcist mit entscheidender Gewalt. In den klassischen Studienmochten seine Fortschritte nicht eben glänzend sein; dagegen zog dasLebendige der neuern Sprachen ihn, den in das volle Leben Hinaus-strebcnden, vom todtcn Studium des Altertbums ab. Einige poc-