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Kaiser Otto der Große
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Liudolss Fortlebcn in der Sage.

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schrieb Liudprand damals: O wäre er niemals geboren oder nicht sofrüh hingerafft worden! H

Während Otto, als er im nächsten Jahre das Grab seiner Kinderzu Mainz besuchte, durch eine Stiftung an die St. Albanskirche aufBitten Jdas das Andenken des Sohnes ehrte, 2) lebte die Erinnerungan seinen vergeblichen Heldenkampf gegen den Vater, dessen Schuld erso schwer gesühnt hatte, in den Liedern des deutschen Volkes fort. Dertiefe Eindruck seiner edeln Persönlichkeit, die echt menschlichen Beweg-gründe seines Vergehens und der tragische Ausgang mitten auf neuerLebensbahn wirkten gleichmäßig dazu mit, ihn unvergeßlich zu machen,ihn, den liebens- und beklagenswerthesten unter den zahllosen Em-pörern gegen Reich und Recht, von denen die deutsche Geschichtemeidet. Aber das neidische Geschick, das ihn bei seinen Lebzeiten ver-folgt, gönnte auch seinem Namen nicht diesen mitfühlenden Nachruhm.Spätere Jahrhunderte verschmolzen seine Gestalt mit der des inmanchem Betrachte ähnlichen, an Seelcnadel freilich ihm bei weitemnicht gleich zu stellenden Herzogs Ernst von Schwaben, der mehr alssiebzig Jahre nach ihm sein Leben im Aufruhr gegen seinen Stief-vater Kaiser Konrad beschloß?) Die Treue gegen die Schwurgenossenim Guten wie im Bösen, dieser echt deutsche Zug brachte beiden dasVerderben.

Wenn wir von der menschlichen Rührung um dieses allzu früheEnde des sugendschönen Helden absehen, so war es vielleicht für ihnwie für das Reich ein Glück, daß ihm ein längeres Wirken nichtbeschieden ward. Für dieses, weil nun eine volle Einheit in derkaiserlichen Familie hergestellt, jeder Gährungsstoff beseitigt war, fürLiudolf, weil ihm kaum das Loos erspart geblieben wäre, seinemjüngeren Halbbruder den Vorrang zu lassen, vom Herrscher zum

') Inudpr. Xut. IV 0 . 18: Ouius ob rsesutsm iaoturam guooienswemorium NAimus, laorimis sinum rsplsmus. 0 si numguam rmtus, Mtvon tam Maturs dstunstus esset!; VViduk. III e. 57: toto Vraneorumimpsrio reliugueus suo vulusrs vuluus durum . . oum luetu et planetumultorum populorum. Bgl. oben S. 22l A. 6.

2) Otto schenkt pro remedio auimas dilsoti kilii nostri Istudolti perpetitiouem dileotao et venera Kilis matrone Ids vidus üiii nostri pro-uominati ein Gut guals nos in villa c>uas dioitur Unsinn in pago I,o-Ainalis besitzen ad seelssiam saneti Xibani guno sst loris murum blvAunchiseonstrueta (Kromsr OriAA. Xassoieas II. 73, 8t. 255 vom 4 April 958).

9 Vgl. meinen Anssatz über Herzog Ernst in Haupts Zeitschr. s. deutschesAlterth. XIV. 285271. Herzog Ernst herausg. v. Bartsch XOV, 559. Ger-vinus Gesch. der deutschen Dichtung I, 292. Die Xnn. iVIarbao. (88. XVII,152). nachdent sie von Lutols gesprochen, sahrcn fort: krivi^nus stiam rschsXrnssto dux iilins Xdolbeidis rschno, gui pro exoossibus, rept>a maisstatsIssa, prossriptus st exul laetus erat, per plurss nnnos st intinitos labnrssexiiii sui impsratori reooueiliari msruit. Die gleiche Berwechselung auch indein über aureus Xptsruao. und in dem Obronie. Lbsrsbsim. o. >9 (88.XXIII, 29 n. 75, 440). In ganz verworrener Weise setzt schon der Mönchvon Hamerslebcn (88. V, >40) Liudolss Ausstand unter Otto III. und bringtdie Abdankung des Abtes Eozbert von Hersfeld im I. 985 (guia Imdoltoiuraverat Ottoui iurare uotuit) damit in Verbindung. Lgl. GiesebrechtKaiserzeit I, 847.

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