Druckschrift 
Kaiser Otto der Große
Entstehung
Seite
200
Einzelbild herunterladen
 

200

Liudolf und Friedrich in Saalfeld 951.

Arnolfs die Aufnahme zu erzwingen, so lange Berengar nur zurSeite gedrängt, nicht wirklich unterworfen war.

Wir wissen nicht, inwiefern Friedrich von Mainz bei dieser ver-geblichen Sendung dem in ihn gesetzten Vertrauen entsprochen oderob dieselbe etwa Anlaß zur Misstimmung gegeben, jedenfalls kehrteder Erzbischof noch in diesem Jahre mit Liudolf über die Alpenzurück und feierte das Weihnachtsfest, das der König in Pavia be-gieng, mit jenem und andern Fürsten, die ihm zur Hand waren, indem noch in unheilvollem Andenken stehenden thüringischen Saalfeld?)Bei einem festlichen Gelage fanden sich hier die Misvergnügten zu-sammen und die ersten Fäden einer Verständigung wurden angespon-nen, die bald genug eine drohende Gestalt für den König selbstannehmen sollte. Wie es scheint, wurde am königlichen Hofe dieeigenmächtige Entfernung Liudolfs so dargestellt, als ob er im Auf-träge seines Vaters zurückgeschickt worden sei, um in Sachsen seineStelle zu vertreten, denn wenn auch der Argwohn bereits Nahrungfand, so hoffte man doch, daß die drohenden Wolken sich wieder zer-streuen würden.

*) ^Vicinll. III e. 9: in loeo eonsiliis tunesto Laiavslünn; Oontiu.Re^in. 951: insonsulto ziatrs nrsinspiseopo I?ri6srieo sonnte in patriamrevsrtitur; 952 (nachdem er die Weihnachtsfeier in Saalfeld erwähnt): quolleonviviuin inm inuitis suspioiosum oospit badsri et plus ibi llestruetionisquain utilitatis kersbstur truslari. Die abweichende Darstellung Hrotsviths(v. 666674), wonach es Inulluikuin plaeuit earuin praennttsre natum, ij utAsns 8axonuin lortis volitarst all iiiurn st rsAuuin sud patrono sturetbsne tunto, braucht doch nicht bloß ihre Erdichtung zu sein, sondern vielmehrdie beschönigende Wendung, die man nachträglich am Hofe dem unliebsamenVorfälle gab.

>

>