Druckschrift 
Kaiser Otto der Große
Entstehung
Seite
VII
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Borrede.

Vll

hängende Erörterungen zu den einzelnen Jahren, die der Forschungals Fingerzeige dienen sollten. Immerhin fehlte aber auch manchesin diesem Materiale, und völlig ausgearbeitet war nur S. 360(bis angenommen), sowie Excurs 14 (S. 557587), wiewohl bei1 und 4 der Anfang verloren gegangen war. Was ich vorgefundenhabe, ist dem vorliegenden Buche einverleibt worden, nur durch ein-zelne sachliche Zusätze vermehrt (z. B. S. 9 A. 3, S. 15 A. 1) undein wenig hie und da gekürzt. Alles Folgende habe ich selbst aus-gearbeitet, indem ich theils auf die alten Jahrbücher Rücksicht nahni,theils auch bisweilen aus den Andeutungen Köpkes Nutzen zog. VonDünniges bin ich völlig abgewichen.

So also ist die vorliegende Geschichte Ottos entstanden, zu derenbeschleunigtem (vielleicht übereiltem) Abschluß mich nicht so sehr dielange Verschleppung als besonders auch die Rücksicht auf andredrängende Arbeiten bewog, für welche Raum geschafft werden mußte.Richtiger wäre es wohl gewesen, nach dein Beispiele Steindorffs, denUrkunden Ottos bis auf ihre Originale nachzugehen und selbständigseine Diplomatik festzustellen. Allein einerseits hatte ich eine Zeitlang gewähnt, daß Stumpf-Brentano in seinen so höchst dankens-werthen Regesten diese Aufgabe bereits gelöst hätte, andrerseits schienes doch sehr gewagt, hiermit eine Ilias nicht nach, sondern vor Homer(d. h. vor der Bearbeitung für die Uonumeutu (fsrinunius) schreibenzu wollen. Auch war der künftige Herausgeber Sickel so gütig, mirwenigstens einzelne Winke in dieser Hinsicht zukommen zu lassen.

In Bezug auf die äußere Eintheilung des Stoffes habe ich michdiesmal der Jahrbuchform, die mir zwar durchaus nicht mit Waitzals diezweckentsprechendste", wenn auch als die einfachste erscheint,viel strenger angeschlossen, als in meiner Geschichte des OstfrünkischenReiches, und fast nur äußerlich sind durch die Kapitel die Jahres-scheiden verdeckt. Hiezu bestimmte mich nicht eigentlich die Pietät fürmeine Vorgänger, von denen Dünniges sogar zusammenhängenderals ich seine Hülste behandelt hatte, sondern die Beschaffenheit derso überaus zerbröckelten, hie und da an die Sage anstreifenden Ueber-lieferung, welche eine auf volles Verständnis der Dinge, d. h. ihrerUrsachen und Folgen gebaute Darstellung, für diese Zeit meines Er-achtens unmöglich macht, so lebhaft wir das Bedürfnis einer solchengerade in unseren Tagen der wieder erstehenden Herrlichkeit des Reichesempfinden mögen. Was dennoch mit solchen Quellen geleistet werdenkann, hat Wilhelm von Giesebrecht in seiner Deutschen Kaiserzeitgezeigt. Ich durfte nach dem Plane dieser Arbeit nicht mit ihm wett-eifern wollen und muß es mir gefallen lassen, daß man die Milchminder schmackhaft findet, als den davon abgeschöpften Rahm.

Als einen hievon unabhängigen Mangel wird man es vielleichtbetrachten, daß von den früheren Excursen nur ein kleiner Theilwiederkehrt. Manche schienen mir veraltet oder durch Anmerkungenausreichend ersetzt, manche durch Untersuchungen Andrer, so der überOttos Eidschwur durch Jaffä, der über den angeblichen Dänen-zug durch Grund, endlich konnte ich mich nicht dazu entschließen.