Gorrede.
Das nachfolgende Buch hat vor seinen: Erscheinen eine kleineGeschichte gehabt, auf welche zu seiner richtigen Beurtheilung miteinigen Worten hier eingegangen werden muß.
Bekannt sind die Verdienste, welche sich unser Altmeister Rankedurch die vor nunmehr dreißig Jahren etwa begonnenen Jahrbücherdes deutschen Reiches unter dem sächsischen Hause erwarb. Dies vonseinen Schillern unter seiner Leitung ausgeführte Werk steht an derSpitze einer langen Reihe kritischer Arbeiten über die vaterländischeGeschichte und hat durch den Geist ernster, gediegener und nüchternerForschung, der darin wehte, einen höchst nachhaltigen Einfluß aufunsere Wissenschaft geübt. Als eine den übrigen durchaus ebenbürtigeLeistung erschienen darin 1838 die Jahrbücher Ottos des Großenvon Köpke, deren Fortsetzung von Dünniges 1839 an gewissenhafterTreue im Einzelnen etwas zurückstehend, erst durch die von Waitz ingroßer Fülle hinzugefügten Ergänzungen ihren Platz vollständigverdiente.
Was Leopold von Ranke früher nur für das sächsische Hausdurchgeführt hatte, das wollte die historische Commission und er selbstals Präsident derselben für die ganze deutsche Geschichte des Mittel-alters in's Werk richten, mit dem Unterschiede allerdings, daß es sichjetzt mehr um eine bloße Verthcilung der Rollen an selbständigeMitarbeiter als um ein Einstudieren derselben handelte. RudolfAnastasius Köpke übernahm nach Beschluß der Plenarversammlungvon 1863 die Jahrbücher Ottos auf's neue und zwar diesmal ausseinen Wunsch ungetheilt. Die frühere Theilung derselben hatte sichihm selbst als unnatürliche Zerreißung eines innerlich zusammen-gehörigen Stoffes fühlbar gemacht.' Sein früherer Genosse Wilhelmvon Dünniges (gestorben zu Rom 4. Januar 1872) war inzwischendiesen Studien völlig entfremdet worden.
Mit Ernst und Eifer widmete sich Köpke der alt-neuen Aufgabeund begann die Grundlinien des Baues auf das umfassendste zu