»Und da das Haus Bourbon a» der Spitze derhöchsten Häuser steht, insofern es von dem Grafen vonElermont, dem fünften Sohne des heiligen Ludwig, ab-stammt, so kann sich Euere Majestät wohl denken, daßdas ihrige nicht vergessen worden ist."
Heinrich hörte noch aufmerksamer.
„Und Ihr erinnert Euch dieses HeroSkops?" fragteder König von Navarra mit einem Lächeln, das ergleichgültig zu machen suchte.
„Oh!" versetzte Rene den Kopf schüttelnd, »EuerHeroskop gehört nicht zu denjenigen, welche man vergißt."
„In der Thai!" rief Heinrich mit einer ironischenGeb erde.
»Ja, Sire', Eure Majestät ist nach den AusdrückendeS, Heroskops zu dem glänzendsten Geschicke berufen.",^
Das Auge des jungen Fürsten schoß einen unwill-kührlichen Blitz, der beinahe eben so schnell wieder ineiner Wolke der Gleichgültigkeit erlosch.
»Alle diese italienischen Orakel sind Schmeichler"sprach Heinrich, »und wer sagt Schmeichler, sagt auchLügner. Gibt es nicht solche Orakel, welche mir prophe-zeitem, ich würde Heere befehligen?"
Und er brach in ein Gelächter aus. Aber ein min-der mit sich selbst beschäftigter Beobachter, als es Nenein diesem Augenblicke war, hätte die Anstrengung diesesLachens gesehen und erkannt.
»Sire," sagte Nene kalt, „das Heroskop kündigt nochetwas Besseres an, als dies."
»Kündigt es etwa an, daß ich an der Spitze voneinem dieser Heere Schlachten gewinnen werde?"
»Noch etwas Besseres, Sire."
„Sprecht," sagte Heinrich, „am Ende werde ichnoch ein Eroberer seyn?"
,,Sire, Ihr werdet König- sehn."
,,Ei, Vcntre-saintj-gris!" rief Heinrich, ein hef-tiges Schlagen seines Herzens zurückdrängend, ',,bin iches denn noch nicht?"