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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl
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Rodenkirchen.

Stadt das kostbare Pfand besitzen solle, in folgender Weise der FügungGottes zu überlassen: Die Leiche solle in einen Kahn gelegt und dieservom Ufer abgestoßen werden; treibe er stromaufwärts, so solle jeneden Trierern, wenn abwärts, den Tongerern, und wenn er stehen bleibe,den Kölnern gehören. Der Kahn bewegte sich etwa 5000 Schritte rhein-aufwärts bis zu dem heute Rodenkirchen genannten Orte, wo die Triererden h. Leib in Besitz nahmen, und nachdem sie die Eingeweide desselbenbegraben hatten, ihn nach ihrer Stadt brachten und neben ihren BischöfenEucherius und Valerius beisetzten. Die Ubier aber bauten über den Ein-geweiden des Heiligen ein Kirchlein, das wegen des Weinens und Klagensüber die Wegführung des h. Leichnams Inotus Ubioruiu^, Ruwenkirch^),nach Andern Rokirchen oder Ruenkirchen, zum Andenken, daß dort derLeichnam des h. Maternus geruht oder seine Eingeweide begraben sind,benannt wurde ^).

Binterim und Mooren, A. und N. Erzdiöcese Köln, I 193 bemerkenüber Rodenkirchen: „Wirklich scheint der Name mit Ruhehof, Kirchhof

verwandt zu sein. Im 10. Jahrhundert wenigstens schrieb man „Roden-kirichof", so in der Schenkungs-Urkunde des Erzbischofs Evergerus zu Gunstendes Klosters St. Martin zu Köln vom Jahre 989*). Im 13. Jahr-hundert ist die Bezeichnung Rodenkirchen schon gebräuchlich, wie Urkundendes Erzbischofs Konrad von 1259 bezeugen^).

Schon frühzeitig erwarben die Abtei St. Martin und das StiftSt. Severin in Köln bedeutenden Grundbesitz zu Rodenkirchen.

989 schenkt Erzbischof Eveigeru« die Frvhnhösc zu Rodenkirchen andie Abtei St. Martin in Köln, „Kvsr^sru8 ^rebispp. aä mollustsrium8ti. Nrritini Ooloir. ourtS8 clomirusataL in Uoäsnkvriolion st Hitsrtdssuin pi8satioii6 rsni in traetibus st cuni iu8titiu guas äisitur ban sonäo-navi"''). Wie wir aus einem alten Kataloge der Aebte des Klosters St.Martin ersehen, erfolgte diese Schenkung des Erzbischofs mit Rücksichtauf den würdigen Abt Kilianus, mit Genehmigung des Kaisers Otto III.,für die fremden Mönche. — Erzbischof Heribert von Köln bestätigt1021 auf Bitten des Abtes Helias von St. Martin die von einemreichen, ohne leibliche Erben gebliebenen Manne, Uvalgerus mit Namen,an die Kirche St. Martin gemachte Schenkung von einigen Wohnstättenund einem halben Mansus im Stadtselde, aus welchen jährlich am Festedes h. Patrons 5 Schillinge zum Ankäufe von Holz an das Haus der

^ L ') To in der Kölnischen Chronik von 1499. — ') ruwc»/ reuen, trösten. —') 6slsn., äs sclin., 29. — k. llkeoctor Ha;' 8. .1. in illustrikus snimsbus äalissst Llontium sä äiom 4. 8sptsmbri8. — 0 Lac., I 124, hat dieselbe Urkunde abgedruck!mit einer andern Lesart, nämlich Rodcnkyrichon. — 8scnri8 aä raci. pos. 251 unk252. — " Lac II rk.. 1 128.