Pingsdorf.
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Der Küster hatte ehemals bis zu den dreißiger Jahren dieses Jahr-hunderts den Schulunterricht zu ertheilen.
Am 13. September 1759 zerstörte ein Brand das Küsterhausin Pingsdorf, in welchem sich das Schullocal befand, zugleich miteinem Theile der Umzäunung des Kirchhofes. Als Pastor Gfasser dieGemeinde, welche seit unvordenklichen Zeiten zur Herstellung beiderverpflichtet war, längere Zeit vergebens ermahnt hatte, wandte ersich an das erzbischöfliche Officialat mit der Vorstellung, daß dieJugend durch fortwährende Entbehrung des Unterrichts immer zuchtloserwerde und der Kirchhof für Vieh und böse Menschen offen stehe. Erbitte daher um ein Strafmandat gegen die Gemeinde, damit sie zurReparatur gezwungen werde. Darauf erklärten am 31. October 1763die vor dem Officialatsgerichle erschienenen beiden Vorsteher der Gemeindeim Namen derselben, daß sie zwar bereit seien, die Küsterwohnung nebstSchule zu erbauen, daß sie aber zur Instandhaltung des Kirchhofesnicht verpflichtet seien, weil die Kirche dazu verwendbare Revenuen habe.Auf ein neues Mandat hin erklärten sie sich am 29. December 1763bereit, ihrer Pflicht in allen Stücken nachzukommen, und baten umNiederschlagung des eingeleiteten Processes.
Da» alte zur Sustrnvohnung dienende Haus nebst dazu gehörigemGarten von 69 Ar 2 Meter gab, nachdem die Civilgemeinde eine eigeneSchule errichtet hatte, Veranlassung zu einem langwierigen und kost-spieligen Processe über die Eigenthumsfrage zwischen Civilgemeinde undKirche bezw. Pfarrgemeinde, der jedoch zu Gunsten der letztem ent-schieden wurde.
Zur Küsterei gehört außer der erwähnten Wohnung nebst Garteneine Parzelle Ackerland im Rosengarten mit einem Flächeninhalte von99 Ar 26 Meter. Dazu bezieht der Küster ein Jahrgehalt von 90 Markaus der Pfarrkirche als dürftigen Ersatz eines früher bestandenen Rechtes,von jeder Haushaltung ein Brod zu erheben, und hierzu 30 Mark ausder Kapellenkasse. Für Abhaltung des Psaltergebetes, welches an jedemSonntage und an den Muttergottesfesten in der Pfarrkirche im Anschlüssean den nachmittägigen Gottesdienst stattfindet, benutzt der Küster vierzu diesem Zwecke gestiftete Acker- bezw. Gartenparzellen.
Die Schule
besteht aus fünf Klassen mit fünf Lehrpersonen, drei Lehrern und zweiLehrerinnen. Joseph Meurers ist erster Lehrer für die oberste Knaben-,Maria Kloth erste Lehrerin für die oberste Mädchenklasse. Gottfried